Chipwerk-Ausrüster Deaxo in Sachsen gewachsen

Dresdner Unternehmen ist wichtiger Teil des Halbleiter-Ökosystems im „Silicon Saxony“ geworden
Dresden, 24. Juni 2025. Zum Mikroelektronik-Ökosystem, das über 60 Jahre in Dresden gewachsen ist, gehören nicht allein die großen Chipfabriken, sondern auch Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, solche Fabs zu projektieren und auszurüsten. Ein Beispiel dafür ist Deaxo: 2014 als sächsische Gründung entstanden, hat die Firma seither zahlreiche Halbleiterwerke geplant beziehungsweise deren Ausrüstung entworfen. Zu den Kunden gehören Globalfoundries, Bosch, Infineon und andere. Mittlerweile ist die Belegschaft auf rund 250 Experten gewachsen.
„Wir können alles“
„Unsere Spezialität ist: Wir können alles, sind nicht nur auf ein Thema ausgerichtet“, meint Entwicklungschef Torsten Thieme. Dadurch könne Deaxo besonders flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Zudem setze das Unternehmen moderne Computermodell-Simulationen nach dem „Building Information Modeling“-Prinzip (BIM) ein, um das komplexe Zusammenspiel von Reinstwasser, Prozessgasen, Stromversorgung sowie anderen Infrastrukturen und Subsystemen in einer Chipfabrik zu planen. Neben Aufträgen aus der Halbleiterindustrie sind die Dresdner auch für die Chemieindustrie, Pharmabranche, Energieunternehmen und Solarfirmen tätig.
Führungsriege hat größtenteils in Sachsen und Thüringen studiert
Das Deaxo-Team sieht sich bei all dem stark regional verwurzelt. „Wir sind in Dresden gewachsen“, betont Thieme. Er selbst hatte „Biomedizinische Kybernetik“ studiert und an der TU Ilmenau promoviert. Geschäftsführer René Chalmakoff studierte Maschinenbau in Riesa und war unter anderem bei Thyssenkrupp, Faeth und Air Products tätig geworden, bevor er 2014 Deaxo gründete. Ähnlich wie die beiden hat ein Großteil des Managements in Mitteldeutschland studiert, viele davon an der TU Dresden. Andererseits ist das Unternehmen auch international gewachsen, hat insgesamt acht Standorte, darunter Büros in Singapur und Malaysia.
Die Planung und Ausrüstung von Chipfabriken hat in Dresden Tradition: Zu DDR-Zeiten rüsteten mitteldeutsche Unternehmen wie Elektromat, Hochvakuumtechnik Dresden und Carl Zeiss Jena die Fabriken des ZMD aus. Vor der Wende versuchten sich die Zeissianer auch als Generalauftragnehmer und -planer für komplette Halbleiterwerke im Ostblock wie auch im nichtsozialistischen Ausland – als eine Art DDR-Gegenstück zur schwäbischen „Meißner und Wurst“.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Auskünfte Thieme, Deaxo, Silicon Saxony

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