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Gegen Tritium-Schwund in Fusions-Kraftwerken

Dr. Volker Weihnacht (l.) prüft mit einem Kollegen ein Muster. Das Projekt "Tritiumstopp" zielt auf Schutzschichten, die verhindern, dass der Brennstoff Tritium durch die Wände von Fusionsreaktoren wandert. Foto: Fraunhofer-IWS
Dr. Volker Weihnacht (l.) prüft mit einem Kollegen ein Muster. Das Projekt „Tritiumstopp“ zielt auf Schutzschichten, die verhindern, dass der Brennstoff Tritium durch die Wände von Fusionsreaktoren wandert. Foto: Fraunhofer-IWS

Fraunhofer Dresden und Planck Garching entwickeln Schutzbarrieren gegen die Wanderfreude des Brennstoffs „Tritium“

Dresden/Garching/Greifswald, 25. Juni 2025. Praxistaugliche Kernfusions-Kraftwerke rücken nach jahrzehntelangen – und zunächst erfolgsarmen – Forschungen nun doch in greifbare Nähe: Sowohl der StellaratorWendelstein 7X“, den Planck-Forscher in Greifswald gebaut haben, wie auch die Laser-Trägheitsfusions-Anlagen im „Lawrence Livermore National Laboratory“ (LLNL) in Kalifornien haben das Zeug, in einigen Jahren zu Reaktoren zu führen, die dauerhaft mehr Energie liefern als sie verbrauchen.

Barrieren aus Titan- und Chromnitrid gelten als Favoriten

Daher widmen sich Ingenieure in Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern nun auch verstärkt den kleineren „Tücken“, die der Betrieb solcher einer nahezu unerschöpflichen und sehr strahlungsarmen „Sonne auf Erden“ mit sich bringen würde. Im Projekt „Tritiumstop“ entwickeln Fraunhofer- und Planck-Forscher aus Dresden und Garching nun Schutzschichten gegen den Verlust des Brennstoffes Tritium in den Reaktoren und dessen Rohrsystemen. Dabei setzen sie auf langlebige Diffusions-Barrieren aus Schichten von Titan- und Chromnitrid. Sie sollen die „Tritium“ genannten, sehr kleinen und radioaktiven Varianten des Wasserstoff-Atoms davon abhalten, durch Reaktorwände hindurch zu wandern.

Neue Schichten lassen sich großformatig einsetzen

„Unsere Schichten basieren auf etablierten physikalischen Gasphasenabscheidungs-Verfahren und lassen sich mit industriereifer Technik auf reale Kraftwerkskomponenten aufbringen“, erklärt Dr. Volker Weihnacht vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden. Auch Anwendungen jenseits der Fusionstechnologie seien vorstellbar: „Wir denken von Anfang an mit, wie sich unsere Ergebnisse später in die Praxis überführen lassen – etwa in Form großflächiger Beschichtungen oder integrierter Schutzsysteme“.

Die Planck-Kollegen in Bayern wiederum analysieren, welche Barriere wie gut funktioniert, wie langlebig sie ist und wie sie der Neutronenstrahlung im Reaktor widersteht. Dafür hat das Team um Dr. Armin Manhard vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching spezielle Messplätze und vor Ort auch Den Tokamak-Forschungsreaktor „Asdex“ zur Verfügung.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: IWS, Wikipedia, Oiger-Archiv, Heise

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger