Globalfoundries Dresden will mehr Lehrlinge ausbilden

Halbleiter-Auftragsfertiger will sich Fachkräfte sichern
Dresden, 2. August 2024. Globalfoundries (GF) Dresden will künftig mehr eigene Lehrlinge ausbilden. Das hat das Halbleiter-Unternehmen zum Ausbildungsstart von 57 neuen Azubis nun angekündigt. Damit reagiert die Chipfabrik auf den Fachkräftemangel auf der einen und die gute Auftragslage für das Dresdner Werk auf der anderen Seite. Zu dieser Ausbildungsoffensive gehört auch die jüngst avisierte neue Lehrwerkstatt.
Chipfabrik lockt mit Übernahmegarantie
„Um den hohen Fachkräftebedarf unseres Unternehmens zu decken, investieren wir kontinuierlich in beste Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen“, betonte GF-Dresden-Chef Manfred Horstmann. „Dazu setzen wir auch auf die Zusammenarbeit mit renommierten Ausbildungspartnern aus der Region sowie eine Übernahmegarantie für unsere Auszubildenden. Diese lag in den vergangenen fünf Jahren konstant bei 100 Prozent.“

Lehrlingsausbildung legt bereits zu
Derzeit bildet das Chipwerk 140 junge Frauen und Männer zu Mechatronikern, Mikrotechnologen, Chemielaboranten, Chemikanten, Maschinen- und Anlagenführern, Elektronikern sowie Industriekaufmänner und -frauen aus. Geplant sei, „diese Zahl in den nächsten Jahren weiter deutlich zu steigern“, betont das Unternehmen. Die ersten Schritte für diese Steigerung sind bereits getan: Noch nie seit der Wandlung der Dresdner AMD-Fabrik zum Auftragsfertiger „Globalfoundries“ im Jahr 2009 hat das Unternehmen so viele neue Lehrlinge aufgenommen wie in diesem Jahr. „Ab Mitte August können sich interessierte Jugendliche und junge Erwachsene für das Ausbildungsjahr 2025 in sieben verschiedenen Ausbildungsrichtungen bewerben“, kündigte GF Dresden an.
Neue Lehrwerkstatt soll 1000 Quadratmeter groß sein
Um sie alle praxisnah auszubilden, wird das Unternehmen auch die erwähnte neue Lehrlingswerkstatt auf den Fabrik-Campus im Dresdner Norden bauen. Sie soll auf 1000 Quadratmetern Platz für Theorie- und Praxisausbildung bieten. Vorgesehen ist ein sechsköpfiges Ausbilderteam. GF kalkuliert mit sechsstelligen Kosten. „Die Investition in die neue Ausbildungswerkstatt von Globalfoundries ist auch ein Bekenntnis zum Standort Dresden“, meint Staatskanzlei-Chef Conrad Clemens (CDU). Wenn die sächsische Halbleiterindustrie selbst ausbilde, dann lege sie „einen zentralen Baustein zur Sicherung der Fachkräfte von morgen“. Dies wiederum sei „ein Erfolgsfaktor für die Fortentwicklung der Branche.“
Verschärfter Fachkräftemangel in Sachsen zu erwarten
Hintergrund: Chipfabriken, Software-Schmieden und andere verwandte Branchen zur Mikroelektronik im Dreieck Dresden – Freiberg – Chemnitz beschäftigen inzwischen rund 81.000 Menschen. Das entspricht einem Zuwachs um sechs Prozent zum Vorjahr. Der Branchenverband „Silicon Saxony“ geht davon aus, dass die „Gesamtbelegschaft“ seiner Mitgliedsunternehmen bis 2030 auf über 100.000 Menschen wachsen wird. Anderseits schrumpfen Bevölkerung und Geburtenzahlen im Freistaat. Von daher ist zu erwarten, dass sich der Fachkräftemangel in den Hochtechnologie-Branchen weiter verschärfen wird – selbst wenn in anderen Branchen womöglich durch den deutschen Wirtschaftsaufschwung, Künstliche Intelligenz und andere Faktoren weitere Arbeitsplätze wegfallen sollten.
Nach der Gründung von GF war es für die Dresdner Chipfabrik noch umgekehrt gewesen: Zunächst hatte der neue Auftragsfertiger um Chip-Orders aus der Industrie ringen müssen, um seine Beschäftigten halten und auslasten zu können. Inzwischen hat sich aber die Auslastung so verbessert, dass das Unternehmen seine Kapazitäten weiter ausbauen will. Dazu beigetragen hatte unter anderem auch die Zertifizierung als Zulieferer für die Automobilindustrie.
Autor: hw
Quellen: GF DD, Oiger-Archiv, Wikipedia

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