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10 Milliarden Euro für deutsche Chipindustrie in Sicht

Montage: Alexander Eylert
Montage: Alexander Eylert

EU hat über Subventionen für 32 deutsche Mikroelektronik-Projekte zu befinden

Berlin/Dresden, 20. Dezember 2021. Die neue Ampelregierung in Berlin will 32 Mikroelektronik-Projekte von besonderem europäischen Interesse (IPCEI) mit insgesamt über zehn Milliarden Euro fördern. Das hat das Bundeswirtschaftsministerium heute mitgeteilt.

Robert Habeck. Foto: Susanne Eriksson für das BMWi
Robert Habeck. Foto: Susanne Eriksson für das BMWi

Habeck will Chipproduktion nach Deutschland zurückholen

„Die weltweiten Lieferengpässe zeigen: Deutschland und Europa haben keine Zeit zu verlieren. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, unseren Bedarf an Mikroelektronik selbst zu decken und Produktion wieder stärker nach Deutschland und Europa holen. Dafür werden wir Fördermittel in Milliardenhöhe in die Hand nehmen“, betonte der neue  Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Bündnisgrüne). „Wir wollen die Chipproduktion in Deutschland und Europa stärken und unabhängiger von internationalen Lieferketten werden. Dabei setzen wir auf innovative, energieeffiziente und klimafreundliche Technologien, um die Transformation unserer Industrie in Richtung CO2-Neutralität voranzutreiben.“

EU-weit buhlen 20 Staaten um Halbleiter-Milliarden

Welche Projekte die Bundesrepublik in ihre nationale Auswahl eingereiht hat, teilte das Ministerium nicht mit. Bekannt ist aber, dass beispielsweise Globalfoundries und Infineon ihre Dresdner Werke stark ausbauen und dafür auch IPCEI-Zuschüsse haben wollen. Robert Habeck kann nun die deutsche Auswahl an nach Brüssel weiterreichen. Die EU-Kommission wird über Projektanträge von 20 Mitgliedsstaaten mit rund 90 Unternehmen zu befinden haben. Die Förder-Vorschläge reichen laut Bundeswirtschaftsministerium von der Materialherstellung über das Chipdesign und die Produktion von Halbleitern bis hin zur Integration in Komponenten und Systeme.

Per IPCEI-Dreh sind Sondersubventionen für Schlüsseltechnologien möglich

Mit den IPCEI-Programmen räumt die EU ihren Mitgliedsstaaten die Möglichkeit ein, ausgewählte Schlüsseltechnologie-Projekte über das sonst in der Union erlaubte Maß hinaus zu subventionieren. In Deutschland geht es meist um Zuschussquoten um die 30 Prozent. Bisher hatte es bereits IPCEI-Programme für die Batterie- und Wasserstoffwirtschaft gegeben. Die erste IPCEI-Runde überhaupt hatte bereits der Mikroelektronik gegolten und hatte unter anderem den Bau der neuen Bosch-Chipfabrik in Dresden möglich gemacht. Das nun gestartete Programm wird daher meist als Mikroelektronik-IPCEI II oder IPCEI ME II abgekürzt.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: BMWi, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger