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Trump-Zölle: Deutsche Autoexporte gen USA brechen um 15 % ein

Donald Trump hat Zollmauern um den US-Markt hochgezogen und damit den globalen Freihandel teilweise ausgehebelt. Für ehemalige Wirtschaftspartner wie Deutschland hat das spürbare Konsequenzen. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt
Donald Trump hat Zollmauern um den US-Markt hochgezogen und damit den globalen Freihandel teilweise ausgehebelt. Für ehemalige Wirtschaftspartner wie Deutschland hat das spürbare Konsequenzen. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt

IW-Studie weist auf starke Rückgänge in Schlüsselbranchen hin

Köln, 22. Dezember 2025. Die US-Zölle auf Waren aus Deutschland und Europa haben die deutsche Exportwirtschaft stark getroffen. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln eingeschätzt. Demnach sind die deutschen Auto-Exporte gen USA um 14 Prozent eingebrochen, die Ausfuhren von Maschinen und Chemieprodukten sanken um ein Zehntel.

Samina Sultan. Foto: IW Köln
Samina Sultan. Foto: IW Köln

„Das trifft das ohnehin unter Druck geratene deutsche Exportmodell hart.“
IW-Expertin Samina Sultan

„Die engen transatlantischen Handelsbeziehungen geraten durch die Zollpolitik von US-Präsident Trump stark unter Druck“, schätzt Studienautorin Samina Sultan ein. „Das trifft das ohnehin unter Druck geratene deutsche Exportmodell hart.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Foto: Heiko Weckbrodt
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Foto: Heiko Weckbrodt

Von der Leyen willigte in 15-%-Zollzahlungen ein

US-Präsident Donald Trump hat in seiner zweiten Amtszeit seine Wirtschaftskriege gegen China und den Rest der Welt intensiviert. Um untergegangene Industrien in die USA zurückzuholen, die Haushaltseinnahmen ohne inländische Steuererhöhungen zu verbessern und um aufstrebende Nationen wie China zu behindern, setzt Trump in hohem Maße auf Zölle. Diese Abwehrzölle richtet er auch gegen jene Europäer, die im Glauben aufwuchsen, die USA seien eine befreundete Nation. Statt neue Freihandels-Allianzen mit anderen betroffenen Staaten zu schmieden, willigte für die EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegenüber Trump in 15-prozentige Zollzahlungen sowie weitere Zusagen ein. Kurz nach diesem „Deal“ verschärfte die US-Administration ihren Kurs erneut und verhängten 50-Prozent-Abwehrzölle gegen Stahl, Aluminium, aber auch daraus erzeugte Produkte gegen europäische Hersteller.

Autorin: Deutschland sollte sich weniger abhängig von US-Markt machen

Inzwischen vertreten auch altbundesrepublikanische Ökonomen die Meinung, dass Deutschland seine Abhängigkeit von den USA und dem US-Markt mindern müsse. „Deutschland muss neue Märkte in Südamerika, Indien und Indonesien erschließen und zugleich Handelshemmnisse innerhalb der EU abbauen“, plädiert IW-Expertin Samina Sultan.

„US-Zölle haben den Rückgang beschleunigt, aber nicht verursacht.“

Zugleich verweist sie darauf, dass die deutsche Export- und Wirtschaftsschwäche nicht allein Trump anzulasten sei, sondern auch hausgemacht sei. „Für die Chemiebranche ist der Standort Deutschland das Kernproblem“, meint Sultan. „Die US-Zölle haben den Rückgang beschleunigt, aber nicht verursacht.“

Standortprobleme bleiben ungelöst: Energie zu teuer, Bürokratie zu erdrückend

Diese Standortprobleme sind bereits seit längerem bekannt, werden auch regelmäßig von Wirtschaftsvertretern und Ökonomen in Deutschland artikuliert, bleiben aber ungelöst: hohe Energiekosten, zu starke Bürokratie-, Steuer- und Soziallasten für die Unternehmen, Fachkräftemangel durch den demografischen Wandel, erhebliche Sanierungsstaus in der Infrastruktur und ein erheblicher Rückstand bei der Digitalisierung – nebst den jüngeren Zusatzlasten durch die indirekte Kriegsbeteiligung Deutschlands in der Ukraine.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: IW, Oiger-Archiv

Wissenschaftliche Publikation:

„US-Zölle. Wie stark leiden die deutschen Branchenexporte? Eine empirische Bestandsaufnahme“ von Samina Sultan, in: IW-Report, Nr. 67, Köln 2025, Fundstelle im Netz hier

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger