46.000 Besucher bei Dresdner Wissenschaftsnacht 2025

Über 700 Programmpunkte von KI-Brot über Pingpong-Roboter bis Riesen-Seifenblasen
Dresden, 21. Juni 2025. Schwebende Boote, KI-Brot, Pingpong-Roboter, rasende Luftballons und die Physik der Küche… Dresdens Wissenschaftler und Ingenieure hatten zur Wissenschaftsnacht 2025 ein spektakuläres Programm auf die Beine gestellt und rund 46.000 Neugierige kamen in der Nacht zum 21. Juni 2025, um diese und viele andere Experimente, Schauvorführungen, Vorträge und Mitmachaktionen zu erleben. Damit wurde beinahe die Rekordbeteiligung des Jahres 2023 wieder erreicht. Viele Stationen waren von 17 Uhr an dicht umlagert, das Publikum war bunt gemischt, vom Baby bis zum wissbegierigen Senior.
Viele Stände bis kurz vor Mitternacht noch rappelvoll
„Wir haben zahlreiche glückliche Rückmeldungen von den Veranstaltenden bekommen“, berichtet Marry-Joy Uher vom Programmbüro. „Selbst um 23:30 Uhr haben uns noch Mails erreicht, in denen von immer noch vollen Veranstaltungen berichtet wurde.“
Totalitarismus-Forscher und Spieleschmiede neu dabei
Über 700 Programmpunkte hatten die 40 beteiligten Institute, Unternehmen und Organisationen auf die Beine gestellt, A wie Autoproduktion bis Z wie Zellhaufen. Neu an Bord waren die Programmierer der Spieleschmiede „Synnyg“ und die Forscher vom Hannah-Arendt-Institut – die Totalitarismusforscher hatte für diese Premiere eine Podiumsdiskussion über Vorbehalte gegen Innovationen in der Innovation ausgerichtet. Für viel Interesse sorgte die Möglichkeit, die noch junge Bosch-Chipfabrik im Dresdner Norden anzuschauen. Ein besonders breites Programm hatte die TU Dresden zu bieten, die Gäste konnten das Chemielabor der Zukunft, moderne Roboterchirurgie, magische Spiegel, geowissenschaftliche „Escape Rooms“ und vieles andere begutachten.

Supraleit-Schwebeboote im Kälteinstitut Striesen
Aber auch die außeruniversitären Tüftler hatten Faszinierendes für die ganze Familie zu bieten. Im Kälteinstitut ILK in Striesen war beispielsweise zu sehen, wie Boote bei tiefer Kälte zu schweben beginnen, wie eine Riesen-Wärmepumpe aussieht, die Besucher konnten aber auch Riesen-Seifenblasen zum Platzen bringen.

Reinraum-Selfies bei Fraunhofer und Tischtennis gegen Roboter in der HTW
Eine virtuelle Reinraum-Tour mit Selfies wiederum machte das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS möglich: Die Passanten konnten sich mit echten Reinraum-Overalls und -masken vermummen und sich dann vor einem großformatigen Chipfabrik-Hintergrund fotografieren lassen. Wer die sportliche Herausforderung suchte, wurde unter anderem in der Hochschule für Technik und Wissenschaft beim Hauptbahnhof fündig: In der Mensa war eine Art Roboter aufgebaut, der gegen die mit Hamburgern gemästeten Gäste Tischtennis spielte.

Handwerk und Hightech: Drohnen, KI und Exoskelette
Etwas weg vom Schuss, aber nicht weniger interessant zeigte sich die Handwerkkammer: Im „Njumii“-Bildungszentrum hinterm alten Strömungsmaschinenwerk ließen die Handwerker die Thermo-Drohnen steigen, buken Brot nach Rezepten, die sich eine „Künstliche Intelligenz“ (KI) erdacht hatten, warfen ihre 3D-Drucker an und stellten ein fahrbares Hochbeet vor. Motorenbetriebene Exoskelette verwandelten Besucher in Kraftmeier, gleich nebenan konnten die Laien mit Datenbrillen vor Augen in „Virtuellen Realitäten“ (VR) das Schweißen lernen. Dichte Menschentrauben bildeten sich aber auch immer wieder um einen Hightech-Leiterwagen: Kinder wie Erwachsene konnten dort mit einer CNC-Holzfräse Frühstücks-Brettchen mit selbstentworfenen Motiven verzieren und dann mit nach Hause nehmen.
Die Wissenschaftsnächte haben in Dresden eine lange Tradition und einen starken Rückhalt in Bevölkerung wie auch Forschergemeinde: Seit der Premiere Jahr 2004 ist das Festival für Neugierige nahezu stetig gewachsen, sieht man einmal von den Lücken in der Corona-Zeit und leichten Besucherrückgängen bei Regen und Fußballmeisterschaften ab. Diesmal aber spielte das Wetter mit und auch das runde Leder machte den Forschern keinen Strich durch die Rechnung, so dass die Wissenschaftsnacht nur knapp an einem neuen Besucherrekord vorbeischrammte.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Vor-Ort-Besuche, Oiger-Archiv, Netzwerk „Dresden – Stadt der Wissenschaften“

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