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Dresdner Organikpapst Leo will Sachsen zum führenden Standort für Bioelektronik machen

Der Biotronis-Verbund will Elektronik und lebendes Gewebe verbinden. Logo: Emanuel Richter und Dall-E
Der Biotronis-Verbund will Elektronik und lebendes Gewebe verbinden. Logo: Emanuel Richter und Dall-E

Neun Institute gründen Entwicklungsverbund „Biotronis“ – und rechnen mit großen medizinischen Fortschritten

Dresden, 15. Januar 2025. Dresdner Ingenieure, Mediziner und Optikexperten wollen einer ambitionierten Zukunftstechnologie in Sachsen zum Durchbruch verhelfen: der Biotronik, in der sich Elektronik mit lebendem Gewebe verbindet. Dafür haben neun Forschungseinrichtungen nun das Netzwerk „Biotronis“ gegründet, in dem sie gemeinsam neue bioelektronische Materialien und Systemen entwickeln wollen. Aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ bekommen die Partner dafür 3,6 Millionen Euro Fördergeld. Das hat die federführende TU Dresden mitgeteilt.

Prof. Karl Leo leitet das "Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Material" (IAPP). Foto: Heiko Weckbrodt
Prof. Karl Leo leitet das „Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Material“ (IAPP). Foto: Heiko Weckbrodt

Bioelektronik könnte der nächste große Wurf in Dresdens Tech-Szene werden

„Sachsen soll sich zu einem weltweit führenden Forschungs- und Industriestandort im Bereich der Bioelektronik entwickeln“, umreißt der Dresdner Organikpapst Prof. Karl Leo ein zentrales Ziel des neuen Verbundes. „Wir wollen frühzeitig das Verwertungspotenzial innovativer Entwicklungen prüfen und so Ausgründungen und Industriekooperationen unterstützen.“ Im Fokus stehen unter anderem „innovative Technologien, die elektronische und lebende Systeme verbinden, um Informationen aus Geweben zu digitalisieren und biologische Prozesse zu steuern“, kündigt Direktor Carsten Werner vom Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) Dresden an. „Damit können neben neuartigen medizintechnischen Produkten auch Lösungen für Umwelttechnologien und die Lebensmittelproduktion erschlossen werden.“

Schritt von der organischen zur lebenden Elektronik

Zu den Biotronis-Gründern gehören die TU Dresden, das IPF, die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden, das private Kurt-Schwabe-Institut Meinsberg (KSI), das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden, die Fraunhofer-Institute für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) und für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), das „Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen“ (DZNE) und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

Bereits in der Vergangenheit hatte sich Dresden als international wichtiger Entwicklungsstandort für organische Leuchtdioden, Solarzellen und Elektronik positioniert, vor allem angestoßen durch die Forschungen in Professor Leos Physikinstitut. Mit der Fusion von Elektronik und lebendem Gewebe gehen die Forscher nun den Schritt hin zu einer noch komplexeren Technologie, die vor allem erhebliche Potenziale im Medizinsektor und beim Umweltschutz birgt. Zu denken ist hier beispielsweise an Hörgeräte der nächsten Generation, die direkt ins Ohr gepflanzt und mit Nervenbahnen gekoppelt werden, oder Anti-Fallsucht-Chips im Gehirn.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: TUD, Oiger-Archiv

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger