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Rotop baut Radiopharma-Fabrik und Labore in Rossendorf aus

Radiopharmaka-Produktion in der Firma "Rotop" in Rossendorf. Foto: Rotop
Radiopharmaka-Produktion in der Firma „Rotop“ in Rossendorf. Foto: Rotop

WMS und weitere Investoren finanzieren Erweiterung

Dresden, 1. Juni 2025. Weil die Nachfrage nach Radiopharmaka – also schwach strahlenden Medizinpräparaten – stark steigt, will „Rotop Pharmaka“ seine Entwicklungs-, Labor- und Produktionskapazitäten in Dresden Rossendorf millionenschwer ausbauen. Das geht aus einer Mitteilung von Rotop und vom „Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen“ (WMS) hervor, der nebst den Investoren „Genui“ und „SHS Capital“ dafür Wachstumskapital bereit stellt.

„Höheres Wachstum als klassische Biotech“

„Der Markt für Radiopharmazeutika hat in den letzten Jahren eine große Dynamik entwickelt und verzeichnete ein höheres Wachstum als zum Beispiel klassische Biotech-Bereiche“, heißt es vom WMS. „Der Grund dafür ist unter anderem der medizinische und wirtschaftliche Erfolg von kommerziellen Radiopharmazeutika, der zu deutlichen Investitionen in die Entwicklung neuer Präparate von in diesem Bereich tätigen Biotech- und Pharmaunternehmen führt.“

Massive Erweiterung geplant

„Wir werden unsere Entwicklungs-, Labor- und Produktionskapazitäten im Bereich CDMO-Services für Radiopharmaka massiv erweitern, insbesondere für radioaktive ready-to-use Patientendosen zur Radioliganden-Therapie“, kündigte Rotop-Chef Jens Junker an. „In den kommenden Jahren sind weitere umfangreiche Investitionen in neue Gebäude, Labore und Produktionsanlagen geplant, um den schnell wachsenden Marktbedarf zu decken.“ Dabei ist CDMO eine Bezeichnung für Auftragsfertiger und -entwickler (Contract Development and Manufacturing Organization) in der Pharma-Branche. Radioliganden wiederum sind radioaktive Stoffe, die sich an ein Zielprotein anheften können.

Radiopharmazeutika für die Krebstherapie und später auch für die Bildgebung und Diagnostik haben lange Tradition im Raum Dresden und gehen bis auf die Gründung des DDR-Zentralinstituts für Kernforschung in Dresden-Rossendorf in den 1950er Jahren zurück. Nach der Wende haben das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, das Uniklinikum Dresden und weitere Akteure diese Entwicklung fortgesetzt. Um sie herum hat sich im Raum zwischen Dresden und Radeberg auch eine Reihe von Radiopharma-Unternehmen – darunter eben auch Rotop – angesiedelt, die sich jüngst zum Netzwerk „Nuklid“ zusammengeschlossen haben.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: WMS, Rotop, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger