Erste TSMC-Studenten aus Taiwan nach Sachsen zurückgekehrt

Weitere 50 qualifizieren sich demnächst in Taiwans Halbleiterbranche
Dresden/Taipeh, 16. August 2024. Das Fachkräfte-Qualifizierungsabkommen zwischen dem taiwanesischen Chipkonzern TSMC, Sachsen und der TU Dresden trägt Früchte: Die ersten Studenten, die aus dem Freistaat nach Taipeh gegangen waren, um dort die besondere Expertise taiwanesischer Mikroelektroniker kennen zu lernen, sind nun nach Sachsen zurückgekehrt. Das hat die Technische Universität Dresden (TUD) mitgeteilt.
TU-Techchef Tetzlaff begeistert über „hochgradig professionelle Zusammenarbeit“ mit Taiwans Hochschulen
„Besonders begeistert mich die hochgradig professionelle Zusammenarbeit mit den beteiligten taiwanischen Hochschulen und Partnern“, betonte Technologietransfer-Chef Prof. Ronald Tetzlaff von der TUD. „Mit Blick auf die dringend benötigten Fachkräfte in der Halbleiterleiter-Industrie als Schlüssel für künftige wirtschaftliche Entwicklung bei uns in Sachsen und auch in Taiwan gehen wir ganz neue Wege, in enger Partnerschaft zwischen den Wissenschaftseinrichtungen, mit TSMC und auch zwischen dem Freistaat Sachsen und Taiwan.“
Sachsen geht neue Wege für Fachkräfte-Sicherung
In der Tat beschreitet Sachsen hier neue Wege der Fachkräfte-Sicherung: Damit TSMC beim Bau seiner ersten europäischen Chipfabrik in Dresden nicht an mangelndem Personal oder anderen regionalen Problemen scheitert, hat die Landesregierung ein spezielles Programm aufgelegt. In diesem Zuge delegieren unter anderem sächsische Unis und Hochschulen ausgewählte Studenten und Studentinnen zur Qualifikation nach Taiwan. Dort absolvieren sie binnen sechs Monaten ein „Semiconductor Talent Incubation Program Taiwan“ (STIPT). Das umfasst ein Semester im Halbleiterbereich an der „National Taiwan University“ (NTU) in Taipeh sowie ein zweimonatiges Praktikum im „Newcomer Training Center & Fab“ von TSMC in Taichung.

Die ersten 30 Studenten der Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik, Physik und Chemie an der TU Dresden, der HTWK Leipzig und der TU Bergakademie Freiberg haben das STIPT nun absolviert und sind zurückgekehrt. Weitere 30 Studenten folgen diesen Fußstapfen im Sommersemester 2025 und noch mal 20 im Wintersemester 2025/26. Dabei handelt es sich um Jungakademiker der TUD, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD), der Technischen Universität Chemnitz (TUC), der Hochschule Mittweida, der Hochschule Zittau/Görlitz, der Bergakademie Freiberg, der Uni Leipzig, der Berufsakademie Sachsen und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. So wollen die Sachsen und Taiwanesen nach und nach genug Ingenieure, Physiker, Chemiker und andere Hochschulabsolventen so aufpäppeln, das sie auf Wunsch bald in der neuen TSMC-Megafab in Dresden anfangen können.
Uni-Vertretung in Taipeh dient als Blaupause für Verbindungsbüros weltweit
Um die jungen Delegierten zu betreuen, aber auch, um taiwanesische Studenten und Fachkräfte für eine Karriere in Sachsen zu begeistern, hat die TUD auch ein wissenschaftliches Verbindungsbüro mit Dr. Josef Goldberger als Leiter in Taipeh eröffnet. Dieses Konstrukt ist inzwischen zur Blaupause für weitere Verbindungsbüros in ausgewählten Zielländern und zu einem Teil der neuen sächsischen Fachkräftestrategie geworden. Das Konstrukt: Jeweils eine sächsische Hochschule betreut das Büro, das dann vor Ort Studenten und Fachkräfte für Sachsen gewinnen und beraten, aber auch gemeinsame wissenschaftliche Projekte ankurbeln soll. Mittlerweile haben Sachsens Hochschulen und Unis solche Büros unter anderem in Indien, Vietnam, Usbekistan und in der Mongolei eröffnet, weitere sollen folgen, unter anderem in Lateinamerika.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: TUD, Oiger-Archiv

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