Elaskon-Erfinder Günther Gedecke wird 95

Dresdner navigierte den Chemiebetrieb durch turbulente Zeiten – als Chef, Eigentümer, Kombinatsdirektor und dann wieder als Eigner
Dresden, 16. August 2024. Elaskon-Erfinder Günther Gedecke wird heute 95 Jahre alt: 34 wechselvolle Jahre lang arbeite er in dem Dresdner Chemie-Unternehmen: Erst als Angestellter, dann als Eigentümer, nach der Eineignung als Leiter eines Staatsbetriebs, später gar als Kombinatsdirektor und nach der Reprivatisierung erneut als Eigner. In diesen Dekaden ersann er unter anderem den Markennamen „Elaskon“ als Kofferwort aus „elastisch“ und „konservierend“, er machte das Auto-Konservierungsmittel K60 DDR-weit bekannt und legte später auch den Grundstein für eine erfolgreiche Nachwende-Entwicklung.
Familienbetrieb exportiert Seilschmierstoffe und Korrosionsschutz in 67 Länder
Heute ist Elaskon ein Hersteller und Händler von Seilschmierstoffen, Konservierungs- und Trennmitteln sowie anderen Ölprodukten. Das in Dresden-Reick ansässige Unternehmen beschäftigt derzeit 102 Menschen und setzte 2023 rund 39,3 Millionen Euro um. Geführt wird es inzwischen von der Familie Schwaldt.
Bei Ölhändler Richter eingestiegen – und Komplementär geworden
Günther Gedecke selbst wurde am 16. August 1929 in Dresden geboren. „Nach seiner kaufmännischen Ausbildung arbeitete er in einem Mineralölwerk in Pirna“, heißt es in einem geschichtlichen Abriss des Unternehmens. „Im Jahr 1957 wechselte er als Technischer Leiter zur damaligen Firma Richter & Co, die seit ihrer Gründung 1928 technische Öle und Fette vertrieben hat und sie später auch herstellte. Im Jahr 1958 übernahm Gedecke als Komplementär die Geschäftsführung des Unternehmens, das seit der Verstaatlichung 1972 den Begriff ,Elaskon’ in der Firmierung trägt.“ Anfang der 80er Jahre fassten die ostdeutschen Wirtschaftslenker zwölf chemisch-technische Betriebe mit rund 1500 Mitarbeitern zum „Kombinat Elaskon“ zusammen und setzen Günther Gedecke als Kombinatsdirektor ein.
Präg-Manager Schwald übernahm Elaskon nach und nach
1992 übertrug die Treuhandanstalt den 20 Jahre zuvor verstaatlichten Betrieb wieder zurück an den einstigen Ko-Eigentümer. Ein Jahr später verkaufte Gedecke, der sich inzwischen dem Rentenalter genähert hatte, seine Firma an die Präg-Gruppe aus Kempten. Der von Präg eingesetzte Geschäftsführer Karl Schwald übernahm das Unternehmen in den Folgejahren schrittweise. Heute leitet er Elaskon zusammen mit seinem Sohn Tobias und seinem Bruder Richard als Familienbetrieb.

„Er hat Elaskon unter schwierigen Bedingungen zu einer angesehenen Marke entwickelt“
Gedecke wiederum nutzte den Ruhestand, um seine alten Elaskon-Unterlagen zu sortieren und sie an die neue Geschäftsführung zu übergeben. „Auf seine Lebensleistung kann Günther Gedecke sehr stolz sein“, würdigt Tobias Schwald den Senior. „Er hat Elaskon unter schwierigen Bedingungen zu einer angesehenen Marke entwickelt. Das war eine gute Ausgangsbasis für den Neustart in der Marktwirtschaft.“
Autor: Sabine Mutschke
Quelle: Elaskon, Oiger-Archiv, Wikipedia

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