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Elaskon: Autos für eine halbe Ewigkeit

Jan Dünnebier zeigt in der Elaskon-Werkstatt dem Azubi Max Otto, wie ein Auto-Unterboden richtig zu konservieren ist. Foto. Sabine Mutschke

Jan Dünnebier zeigt in der Elaskon-Werkstatt dem Azubi Max Otto, wie ein Auto-Unterboden richtig zu konservieren ist. Foto. Sabine Mutschke

Chemie-Unternehmen aus Dresden zeigt nun in eigener Werkstatt, wie man Kfzs richtig konserviert

Dresden, 25. Februar 2019. Das Dresdner Chemie-Unternehmen Elaskon wächst und baut ein neues Geschäftsfeld auf: Um den Einsatz der eigenen Auto-Konservierungsmittel anzukurbeln, hat die Elaskon-Eigentümerfamilie Schwald nun auch eine freie Kfz-Werkstatt in Dresden-Reick aufgekauft. Das bekannteste Produkt des Traditionsbetriebes ist das „K60“, mit dem Autofahrer schon zu DDR-Zeiten ihre kostbaren Trabis und Wartburgs für die Ewigkeit zu konservieren suchten.

Vorführ- und Praxiswerkstatt

Mit dem Einstieg in den Werkstattsektor wollen die Schwalds mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Dort können die Dresdner ihre Fahrzeuge direkt beim Hersteller der bewährten Korrosionsschutzmittel konservieren lassen“, erklärte die freie Elaskon-Sprecherin Sabine Mutschke. Auch dient die Werkstatt nun als das, was man neudeutsch als „Showcase“ bezeichnet: „Die Nähe zur Produktion und zur Verwaltung eröffnet ganz neue Möglichkeiten, um Mitarbeiter der über 1000 Elaskon-Pflegestationen zu schulen oder Gästen aus aller Welt zu zeigen, wie unsere Produkte in der Praxis angewendet werden“, betonte Geschäftsführer Tobias Schwald, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Vater Karl und seinem Onkel Richard leitet. Bisher hatte Elaskon die Vertragspartner in einer Mini-Werkstatt neben der Fabrikation geschult.

7 % Umsatzwachsum

Generell können die Schwalds mit der Unternehmensentwicklung zufrieden sein: Seilschmierstoffe, Bahnschmiertechnik, Auto-Konservierungsmittel, Öl-Handelsprodukte und weitere Geschäftsfelder bescherten dem Betrieb im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum um sieben Prozent auf 30,6 Millionen Euro, von denen 60 Prozent im Export realisiert wurden. Die Belegschaft ist in den vergangenen zwölf Monaten um zehn auf nun 92 Mitarbeiter gewachsen.

Über Elaskon

Das Unternehmen geht auf die 1928 gegründete Ölhandelsfirma Richter zurück. 1957 entwickelte die Firma den Seilschmierstoff „Elaskon“, der namensgebend für das damals noch private Unternehmen wurde. 1972 verstaatlichten die Kommunisten den Betrieb und machten daraus ab 1981 das Kombinat Elaskon Dresden mit 1500 Beschäftigten. 1992 folgte die Reprivatisierung, 1993 der Verkauf an das Mineralölhandelsunternehmen Präg in Kempten. Der damalige Geschäftsführer Karl Schwald übernahm das Unternehmen schrittweise ab 1999, seit 2001 gehört Elaskon ganz der Familie. Elaskon gilt inzwischen wieder als ein Weltmarktführer in der Nische: Die Schmierstoffe aus Dresden sichern beispielsweise die Seile am Kitzbüheler Safariexpress, für die Seilbahn auf den Table Mountain in Cape Town (Südafrika), Brückenseile in Venedig, mehrere Drahtseilbahnen im Mont-Blanc-Gebiet, aber auch Ölplattformen und Hochspannungsseile. Seit 2014 haben die Sachsen auch eine Tochterfirma in Shanghai.

Autor: Heiko Weckbrodt