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Sachsen angelt nun auch in der Mongolei nach Talenten

Die mongolische Fahne. Abb.: Wikipedia, gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flag_of_Mongolia.svg

Die mongolische Fahne. Abb.: Wikipedia, gemeinfrei

Büros der Bergakademie in Ulaanbaatar soll Studenten und Fachkräfte für den Freistaat begeistern

Ulaanbaatar/Dresden, 2. Juli 2024. Nach Taiwan und Usbekistan geht Sachsen nun auch systematisch in der Mongolei auf Talentejagd: Die Bergakademie Freiberg hat mit freistaatlicher Unterstützung nun ein wissenschaftliches Verbindungsbüro in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar (früher auch Ulan Bator geschrieben) eröffnet. Ein Team um Bolormaa Dendev will vom neuen „Saxon Science Liaison Office Mongolia“ aus junge Mongolen zu einem Studium oder einer Arbeit in Sachsen animieren. „Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Naturwissenschaften und der Ingenieursausbildung“, betonte das sächsische Wissenschaftsministerium in Dresden.

Staatssekretär: Partnerschaft auf Augenhöhe hilft auch Sachsens Mittelstand

„Die gewachsene Partnerschaft auf Augenhöhe hilft beiden Seiten“, betonte Wissenschaftsstaatssekretär Andreas Handschuh während der Einweihungsfeier für das Büro auf dem Campus der „Mongolian University of Science and Technology“ (Must). „So sind wir mit Hilfe der sächsischen Hochschulen in der Lage, vielen jungen Mongolen eine erstklassige akademische Ausbildung in Sachsen zu organisieren und tun gleichzeitig aktiv etwas für die sächsische Wirtschaft, die dringend gut qualifizierte Fachkräfte vor allem im Mittelstand braucht.“

Akademische Verbindungsbüros gehören zu Sachsens Fachkräfte-Strategie

Hintergrund: Statt auf Fachkräfte und Studienwillige aus dem Ausland zu warten, wollen die Sachsen nun in ausgewählten Ländern zielgerichtet junge Talente in den Freistaat locken. Damit reagiert das Kabinett in Dresden auf die Überalterung der Gesellschaft, den Personalmangel in Sachsen bei gleichzeitig steigendem Fachkräftebedarf, vor allem in der Mikroelektronik und anderen Technologie-Industrien. Als Teil der sächsischen Fachkräfte-Strategie eröffnet der Freistaat daher nun in ausgewählten Zielländern akademische Verbindungsbüros, für die dann jeweils eine Uni und Hochschule aus dem Freistaat die Patenschaft übernimmt. Offiziell wollen die Unis über dieses Büros vor allem Studenten in spe gewinnen, tatsächlich sind die Niederlassungen aber auch für die Fachkräfte-Akquise gedacht und sollen gemeinsame Projekte in Wissenschaft und Wirtschaft anbahnen.

Auftakt in Taipeh

Als Erstes hatte die TU Dresden solch ein Verbindungsbüro in Taipeh eröffnet, weil sich derzeit ohnehin der Chipkonzern TSMC in Sachsen ansiedelt und dafür sächsisch-taiwanesische Qualifikationsprogramme vorgesehen sind. Ein weiteres Büro hatte dann die Bergakademie Freiberg in der usbekischen Hauptstadt Taschkent eröffnet. Das Verbindungsbüro in Ulaanbaatar ist die dritte und jüngste Dependance dieser Art. Zur Eröffnung waren unter anderen der deutsche Botschafter in der Mongolei, Helmut Kulitz, der Mongolische Wissenschafts-Staatssekretär Khandjav Batjargal, der sächsische Wissenschaftsstaatssekretär Andreas Handschuh und der Vorsitzende der sächsischen Landesrektorenkonferenz, Prof. Kaus-Dieter Barbknecht, gekommen. Weitere solche Büros werden wahrscheinlich in Vietnam, Indien und Südamerika entstehen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SMWK, Oiger-Archiv, Wikipedia, Bergakademie Freiberg

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt