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Kinoumsatz schrumpft im Coronajahr auf kaum ein Drittel

Ein historischer Kinoprojektor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Ein historischer Kinoprojektor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Filmförderanstalt: Das war zu erwarten

Berlin/Dresden, 16. Februar 2021. Die deutschen Kinos haben im Corona-Jahr kaum ein Drittel der Tickets verkauft, wie sie sonst üblich waren. Auch die Umsätze rauschten um mehr als zwei Drittel auf nur noch 318 Millionen Euro in den Keller. Das hat die Filmförderanstalt (FFA) in Berlin heute mitgeteilt.

Die Entwicklung der Umsätze (orange) und Eintrittskarten-Verkäufe (blau) in den deutschen Kinos von 2016 bis 2020. Grafik: FFA

Die Entwicklung der Umsätze (orange) und Eintrittskarten-Verkäufe (blau) in den deutschen Kinos von 2016 bis 2020. Grafik: FFA

Bisher aber nur wenige Schließungen

Nur 38.094.623 Kinobesuche habe die Anstalt für 2020 gezählt, informierte FFA-Vorstand Peter Dinges. „Das ist ein sehr schlechtes Ergebnis, wie es in dieser Situation aber zu erwarten war.“ Die Hilfen von Bund, Ländern und FFA hätten die dramatische Einbrüche immerhin etwas abgefedert. So machten im Jahr 2020 lediglich sechs von 1734 Kinos in der Bundesrepublik zu. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Kinolandschaft werden sich erst im Laufe dieses Jahres zeigen“, prognostizierte Peter Dinges. Das Zahlenwerk dazu ist hier zu finden.

Blick ins Dresdner "Kif" - auch Programmkinos setzen inzwischen auf das Mehrsaal-Konzept und Multiplex-Technikstandards, um gegen den harten Wettbewerb zu bestehen. Abb.: KIF

Blick ins Dresdner “Kif”. Abb.: KIF

Wiedereröffnung des Dresdner Kinos in der Fabrik unsicher

Auch in Dresden hat das Corona-Jahr schmerzliche Spuren hinterlassen. Ob zum Beispiel das Kino in der Fabrik (KiF) nach der pandemischen Zwangspause wiedereröffnet, ist – zumindest in der früheren Konstellation – eher unsicher, wie wir aus gewöhnlich zuverlässigen Quellen erfahren haben. Dies hat allerdings nicht allein mit der Seuche und dem folgenden Ausnahmezustand zu tun, sondern auch mit dem Tod des ehemaligen Dresdner Kinomoguls Frank Apel, der in diesem besonderen Programmkino zuletzt noch tätig gewesen war. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht. Notgeschäftsführer Stefan Ostertag, der zugleich die „Schauburg“ in Dresden leitet, wollte sich auf mehrfache Anfrage dazu nicht äußern. Auf der KiF-Internetseite heißt es dazu nur: „Obwohl wir euch ganz sehr vermissen, schließen die coronabedingten Auflagen eine Wirtschaftlickeit [sic!] unseres Kinobetriebes aus. Deshalb müssen wir momentan leider von einer Wiederöffnung absehen.“

Über das KiF

Das KiF geht auf ein ehemaliges Kupplungswerk zurück, das 1993 zum „Theater in der Fabrik“ (TiF) umgewidmet wurde. Der Schauspielbetrieb endete nach reichlich zehn Jahren. Ab August 2005 ließ Frank Apel die Bühnen zu einem bunten und dennoch anheimelnden Filmtheater umbauen, das er 2006 gemeinsam mit Conny Apel eröffnete.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: FFA, vertrauliche Quellen

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