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Literaturkonferenz dringt auf Digitalisierung vergriffener Bücher

Scan-Roboter digitalisieren bis zu 500 Buchseiten pro Stunde. Abb.: SLUB

Berlin, 20.3.2012: Die “Deutsche Literaturkonferenz” in Berlin drängt die Bundesregierung, die Digitalisierung verwaister und vergriffener Bücher gesetzlich zu erlauben. An die Verlage sollte im Gegenzug durch die Verwertungsgemeinschaft Wort (VG Wort) eine Lizenzabgabe bei den Nutzern dieser Digitalisate erhoben werden. „Kommt eine gesetzliche Regelung nicht, führt das zu erheblichen praktischen Schwierigkeiten bei den Digitalisierungsvorhaben der Bibliotheken“, warnte Vereins-Sprecherin Kathrin Schmidt und verwies auf entsprechende Reglungen in Frankreich, die im Februar 2012 verabschiedet wurden.

Hintegrund des Vorstoßes ist ein schon lange schwelender Streit: Was tun, wenn ein Werk vergriffen ist? Im Videosektor beantwortet das Internet diese Frage tagtäglich: Wenn Amazon & Co. den Film XY nicht mehr anbieten, neigt selbst der Zahlungswillige dazu, sich das vergriffene Kinowerk von einem der einschlägigen Online-Portale zu saugen – gratis, versteht sich. Im Buchmarkt ist der Umgang mit vergriffenen Werken auch daher heiß umstritten: Große Bibliotheken haben Digitalisierungsprogramme aufgelegt, die Verlage zögern jedoch, für Bücher, auf denen prinzipiell noch Rechte liegen – auch wenn diese Werke längst vergriffen sind oder der ursprünglich Rechteinhaber nicht mehr ermittelbar ist. Heiko Weckbrodt

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