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Jeder zweite Sache war Ziel von Internetkriminalität

Cyberkriminelle sollen sich durch Phishing-Anrufe Zahlungscodes ergaunert und Millionenschäden angerichtet haben. Themenfoto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Themenfoto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Innenministerium geht nach Forsa-Umfrage von hoher Dunkelziffer bei Anzeigen aus

Dresden, 29. Oktober 2017. Mehr als jeder zweite Sachse (58 Prozent) waren schon einmal Ziel von Cyberkriminellen. Das hat eine Forsa-Umfrage unter 1000 Bewohnern des Freistaats im Auftrag des sächsischen Innenministeriums ergeben. Zu solchen Attacken zählen beispielsweise mit Schad-Programmen infizierte Computer, Erpressungsversuche per Verschlüsselungs-Software oder Warenbetrug im Internet.

Kein Randthema mehr

„Die Ergebnisse zeigen, dass Internetkriminalität kein lästiges Randthema im Alltag der Bevölkerung ist, sondern den Nutzern inzwischen bewusst ist, dass sie jederzeit und überall selbst Opfer von Cyberkriminalität werden können“, betonte Innen-Staatssekretär Michael Wilhelm, der dort den Titel „Chief Information Officer“ (CIO) trägt.

Viele zeigen Attacken gar nicht erst an

Auch habe die Umfrage gezeigt, „dass viele dieser Cyberattacken von den Befragten gar nicht als Straftat an sich bewertet werden“. Nur 15 Prozent derjenigen Sachsen, die schon einmal von einer Straftat im Internet betroffen waren, haben den Fall demnach bei der Polizei angezeigt. „Bei Cybercrime ist von einem sehr hohen Dunkelfeld auszugehen“, folgert der CIO Wilhelm. „Grund dafür ist unter anderem das zurückhaltende Anzeigeverhalten, beispielsweise wenn Unternehmen einen Imageschaden befürchten.“

Land und VHS zeigen in „Live-Hackings“ die Methoden der Angreifer

Der Staatssekretär kündigte zugleich an, „unsere Sensibilisierungsangebote für Bürger weiter ausbauen und ihre digitale Kompetenz stärken“. So biete das Innenministerium beispielsweise zusammen mit den Volkshochschulen „Live-Hackings“ an. „Bürger erfahren dabei, mit welchen Mitteln und Tricks Hacker vorgehen, und wie man sich dagegen wehren kann“, hieß es von der Staatsregierung. Die nächsten „Live-Hackings“ sind am 5. Dezember 2017 an der VHS Dresden und am 6. Dezember 2017 an der VHS in Torgau geplant.

  • Nähere Infos: lsnq.de/hacking

 

Weitere Ergebnisse der Studie in Auszügen:

(Quelle: Sächs. Innenministerium)

– Die Mehrheit der sächsischen Internetnutzer gibt für die Abwehr von Cyberangriffen Geld aus: 59 Prozent haben nach eigenen Angaben auf allen oder zumindest einem privaten Endgerät eine kostenpflichtige Antivirensoftware installiert.

– Zudem führen drei Viertel der Internetnutzer auf all ihren privaten Endgeräten regelmäßig Updates des Betriebssystems durch.
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– Etwa zwei Drittel der Befragten geben zudem an, zumindest hin und wieder Sicherheitskopien von persönlichen Daten auf einem anderen Gerät anzulegen. Damit wären sie im Falle eines Angriffs mittels Verschlüsselungstrojaner in der Lage, die Daten wiederherzustellen, ohne wie bei solchen Vorfällen üblich, zur Entschlüsselung der Daten Lösegeld an die Kriminellen zahlen zu müssen.

– Passwörter sind der Schlüssel zur digitalen Identität. Deshalb wählen 76 Prozent der befragten Internetnutzer komplizierte Passwörter oder Zugangscodes. Damit diese nicht geknackt werden können, sollte jedes Passwort aus einer komplexen Verbindung aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen bestehen, regelmäßig geändert und nur für eine bestimmte Anwendung genutzt werden.

– Die Cybersicherheitskompetenz der öffentlichen Verwaltung sehen die sächsischen Bürger positiv. Wenn es um die Bekämpfung der Kriminalität im Internet geht, sind nach Meinung einer Mehrheit von 58 Prozent die Sicherheitsbehörden in Deutschland besser vorbereitet und ausgestattet als noch vor ein paar Jahren.

– 84 Prozent der Sachsen bezeichnen sich nach eigenen Angaben als Internetnutzer. Nicht-Internetnutzer bzw. Wenig-Nutzer finden sich vor allem unter den über 60-jährigen sowie den Befragten mit formal niedriger Bildung. Täglich wird das Internet insbesondere von den unter 30-jährigen genutzt.

– 87 Prozent der Befragten gaben an, ein elektronisches Gerät wie beispielsweise einen Computer, ein Tablet oder Smartphone zu nutzen.

– 61 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger in Sachsen nutzen zumindest hin und wieder soziale Netzwerke (am häufigsten Whatsapp).

– Etwa die Hälfte der sächsischen Bürger erledigt Bankgeschäfte online. 70 Prozent der Sachsen kaufen Waren über das Internet ein, wobei insbesondere die 30- bis 44-jährigen am aktivsten Internet-Shopping betreiben.

 

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