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Schüler können selbst nach Higgs-Superteilchen fahnden

Jugendliche werten bei einer Masterclass echte Daten aus, die vom ATLAS-Experiment am Large Hadron Collider (LHC) aufgezeichnet wurden. Foto: Juliana Socher, TUD, CC-Lizenz

Jugendliche werten bei einer Masterclass echte Daten aus, die vom ATLAS-Experiment am Large Hadron Collider (LHC) aufgezeichnet wurden. Foto: Juliana Socher, TUD, CC-Lizenz

Bund finanziert Physik-Nachwuchsprojekt „Teilchenwelt“ weiter

Dresden, 15. Februar 2013: Die TU Dresden und ihre Projektpartner in ganz Deutschland können das deutschlandweite Physik-Nachwuchsprojekt „Teilchenwelt“ fortführen: Das Bundesforschungsministerium hat nun 980.000 Euro Fördergeld für weitere drei Jahre bewilligt, wie Projektleiter Prof. Michael Kobel von der TU Dresden mitteilte. Die 16- bis 19-jährigen Schüler, die an den Teilchenwelten teilnehmen, können sich nun unter anderem an der Suche nach dem legendären „Higgs Boson“ beteiligen, das mutmaßlich der Urklebstoff für alle Materie ist. Sie bekommen dafür Zugriff auf neueste Daten aus dem riesigen Ringbeschleuniger LHC am europäischen Forschungszentrum CERN.

Prof. Michael Kobel

Prof. Michael Kobel am LHC. Abb.: hw

Die Besten besuchen das CERN

„Viele junge Menschen sind von den Fragestellungen der Teilchen- und Astroteilchenphysik über Aufbau und Entstehung des Universums genauso fasziniert wie wir Wissenschaftler“, betonte Prof. Kobler. „Dieses Interesse möchten wir durch den direkten Kontakt zur Forschung am CERN und mit eigenen Experimenten zur Messung kosmischer Teilchen fördern.“ Die Schüler kommen bei den „Teilchenwelt“-Seminaren Zugriff auf die selben Daten, mit denen auch erwachsene Physiker arbeiten, sie werden an Schulen von Hamburg bis München und Aachen bis Dresden von über 100 junge Wissenschaftlern betreut. Die besten Teilnehmer können das CERN selbst besuchen und dort forschen.

Große Resonanz von Schülern

Die Resonanz auf dieses Angebot sei enorm, betont Kobel. Die oft geäußerte Mutmaßung, die Jugend von heute interessiere sich kaum noch für Technik und Naturwissenschaften, könne er nicht teilen: „Wir sind extrem zufrieden, wie gut das Projekt funktioniert, sowohl in der Breite der teilnehmenden Schüler wie auch hinsichtlich der Spitze der Teilnehmer.“ Ein Grundanliegen von „Teilchenwelt“ sei zu zeigen, wie spannend Grundlagenforschung sei, und durch den Einsatz junger Nachwuchswissenschaftler auch Rollenvorbilder für die Jugendlichen zu bieten.

Das 25 Meter hohe „Atlas“-Aggregat für die Higgs-Suche. Abb.: CERN

Das 25 Meter hohe „Atlas“-Aggregat für die Higgs-Suche. Abb.: CERN

Das Projekt „Teilchenwelt“ startete 2010. Beteiligt sind inzwischen 24 deutsche Forschungsinstitute und das CERN. Die Federführung hat die TU Dresden. Pro Jahr haben die Seminare für Schüler und Lehrer inzwischen rund 4500 Teilnehmer.

In der nun bewilligten neuen Runde untersuchen die Jugendlichen einen Ausschnitt aus dem selben Datenmaterial, das derzeit von Physikern rund um den Erdball mit Hochdruck ausgewertet wird, um das prophezeite Higgs-Teilchen nachzuweisen, sagte Kobel.

Neue Beweise für Higgs-Superteilchen zur DPG-Tagung in Dresden erwartet

Der Dresdner Physiker rechnet damit, dass zur Frühjahrs- und Jahrestagung der „Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ (DPG) Anfang März in Dresden neue Beweise für das Higgs-Boson vorgelegt werden könnten. Unter anderem könnte dann der Nachweis präsentiert werden, dass das kürzlich am CERN gefundene Superteilchen keinen Eigendreh (Spin 0) hat. Dies wäre weiteres Indiz dafür, dass es sich um das theoretisch bereits beschriebene Higgs-Boson handelt, das laut Modell für die Entstehung von Masse und Materie im Universum verantwortlich war und ist. Heiko Weckbrodt

Kategorie: Forschung, News

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Heiko Weckbrodt hat Geschichte studiert, arbeitet jetzt in Dresden als Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalist und ist Chefredakteur und Admin des Nachrichtenportals Oiger. Er ist auch auf Facebook, Twitter und Google+ zu finden.

2 Kommentare

  1. Friedrich Tilmann Heß Physiker sagt

    Ich möchte noch etwas zu dem Kommentar hinzufügen. Dies ist eben Wissenschaft, unbestechlich und dies zeigt auch eine Alternative auf, dass die Welt nicht so sein muss, wie wir Sie sehen wollen. Bedenken Sie, dass in einer determinierten Welt die Möglichkeit der prinzipiellen allumfassenden Schuldfreiheit gegeben ist, dass dies abschließend niemand eigen war, auch keinem Forscher des CERNs, das ist aber eben eine Gnade. In unseren Erklärungswerken, in denen unsere Spezies die Hoffnung ersetzt, sich auf die eigene Geltung verlassen hat, war es eben hoffnungslos das zu erkennen. Man macht sich auch eben schuldig gegenüber allen Demokratien, wenn man das den Menschen vorenthalten würde, auch wenn es mutig und anerkennungswürdig ist zu demokratischen Prinzipien zu stehen, sich nicht als Gott über das Schicksal aller Menschen stellt, so wie Hitler, der alles besser wusste, egal was man dazu denkt und sich nicht als äußerste Wesen setzt und sich über alle hinwegsetzt. Wenn man sich also fragt, wie man sich im Determinismus überhaupt schuldig machen könnte, dann ersetzt man eben die Hoffnung durch sein Erklärungswerk, setzt sich als äußerstes Wesen, selbst als Gott, das ist das Paradoxon das aus ganzheitlicher Sicht, wenn man sich daraus reden möchte und subsumiert sich substanziell unter ein Weltbild, das längst am vergehen ist.

  2. Friedrich Tilmann Heß Physiker sagt

    Es geht nicht darum, das gebildete Physiker wissen, das nur die Möglichkeit der Theorie nach Everett, also nicht der Nachweis dieser, bereits absolut ausschlaggebend ist, das die gegenwärtige induktive Methode nach Popper nicht falsifizieren kann, dies ist auch Standard der allgemeinen Lehrbuchmeinungen und entspricht der herrschenden Meinung der Physik. Warum wurde das nicht beachtet? Nun, es ist ähnlich wie bei dem Big Chill, der ewiglich lebensunmögliche Zustand des Universums müsste mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 eingetreten sein, das ist nicht der Fall. Das bedeutet, das eine unendliche Statistik gegen das unbestimmte Weltbild agiert – die Grundannahme einer unbestimmten Welt falsch ist, die Welt also nicht indeterministisch sein kann, so viel also auch zu einer gewissen Masseerklärung. Es geht also nicht um den Status des Wissens, eben der schönste Erklärer zu sein, ein neuer Einstein zu werden, es geht darum zu akzeptieren, das man dann in eine Erklärung hineingelegt wurde, mit dem Zweck, dass der Mensch, bei allem, was auf dieser Welt passiert ist, nicht Erklärer und Existenzbewahrer sein darf, er nimmt sich dafür zu viel raus, wie jene russischen Akteure der lupenreinen Demokratie. Wenn die russischen Suchmaschinen, also sicherstellen sollen, das in einer völlig vorherbestimmten Welt, für die Erklärungswerke kein Vertrauen mehr zu erwerben ist, weil dieses Vertrauen, was etwa bei der Wahl von russischen Bürgern erbeten wird, einen induzierten Wahn generiert, einen Big Chill, also letztendlich gigantische Nuklearexplosion, dann würde diese Suchmaschine jeden Wahlbetrug unmöglich machen. Bedenken Sie das jedes Erklärungswerk, das den widerlegten Materialismus als Ganzes zu stützen versucht, aus ganz allgemeinen Gründen dann nicht wahr sein kann. So lupenrein wie diese Bundesregierung, so wie damals eben auch die Namen gewisser Spender nicht benannt werden wollten, alles in Ehre, so trat auch Herr Schröder für die Ehrensache ein, wie er es nannte und so wurde eine gewisse Demokratie durch einen gewissen neuen Arbeitsvertrag eben lupenrein. In diesem Sinne wird das Vertrauen von absolut hoch qualifizierten ganz wenigen Fachleuten in geringster Auswahl gelegt, die die prinzipielle Vorfilterung aus riesigen Datenmengen sicherstellen müssen, die also notwendig aber menschlich gesetzt ist und in die die Schüler schon aus fachlichen Gründen nicht einbezogen werden können, gelegt, Menschen die in Verantwortung ihrer Familien erstklassige Arbeit leisten werden so das absolut vertrauensvoll, wie man schon vorher, alternative Nobelpreise auf das Higgs sicher zugesagt hat, alles in höchster Seriosität wissenschaftlicher Praxis eben, die schon jetzt mit ganz neuen Maßstäben des Vertauens alles bisherige übertroffen hat. Dennoch möchte ich den Nachwuchsforschern und Kollegen mitgeben, dies ist auch ganz sicher lupenrein, wenn auch in einer anderen Weise: In einem deterministischen Weltbild war alles, im Sinne einer umfallenden Dominoreihe, vor Hitlers Geburt entschieden, ganzheitlich gesetzt, die Tendenz des Holocaustes war nie aufzuheben, heute sind die Grenzen des KZ so groß wie manche Landesgrenze, wo schwangere Frauen verhungern, genauso wie der Tod damals in den KZs mit pseudowissenschaftlichen Methoden gerechtfertigt wurde, so wie die Judenverfolgung überhaupt. So werden liebe Menschen, Schüler, die niemanden etwas getan haben, missbraucht, so eine Schande zu manifestieren und für diese Angaben stehe ich nicht nur juristisch ein. Friedrich Tilmann Heß, Physiker in Frankfurt am Main

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