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Dresdner knüpfen Industrienetze in der Rechner-Wolke

Viele, viele Zulieferer müssen zusammenarbeiten, damit wie hier bei MAN ein Axialkompressor entstehet - der dann selbst wieder zum Beispiel in ein Schiff eingebaut wird. Um diese Ketten zu organisieren, setzen Unternehmen wie eben MAN auf die digitalen Marktplätze von Newtron. Abb.: MAN

Viele, viele Zulieferer müssen zusammenarbeiten, damit wie hier bei MAN ein Axialkompressor entstehet - der dann selbst wieder zum Beispiel in ein Schiff eingebaut wird. Um diese Ketten zu organisieren, setzen Unternehmen wie eben MAN auf die digitalen Marktplätze von Newtron. Abb.: MAN

Dresden, 21.2.2012: Zwischen den ersten Eisenerzbrocken, die chinesische oder brasilianische Bergleute der Erde entreißen, und einem fahrbereiten Automobil stehen Hunderte, teils sogar Tausende Prozessschritte, an dem ein komplexes System aus Veredlern, Zulieferern, Montagebetrieben und anderen Unternehmen beteiligt ist. Solche Wertschöpfungs-Ketten und -Netze zu koordinieren und auch rasch umzuknüpfen, wenn sich die Endkundenwünsche ändern, ist ein anspruchsvolles Unterfangen.

Abgewickelt wird dies heute fast nur noch elektronisch und eben darauf hat sich die Dresdner Firma „Newtron“ mit ihren digitalen Industrie-Marktplätzen spezialisiert. Eine Spezialität, die den Dresdnern steigende Umsätze und Gewinne beschert und das 1998 gegründete Unternehmen auf nun 50 Mitarbeiter hat wachsen lassen.

Vorstand Michael Bibow. Abb.: Newtron

Vorstand Michael Bibow. Abb.: Newtron

„Angefangen haben wir mit Diensten für große Unternehmen aus der Automobilbranche, die auf neuen Märkten Fuß fassen wollten“, erzählt Newtron-Vorstand Michael Bibow. „Nun haben wir auch Lösungen für Mittelständler und kleine Firmen entwickelt, die wir zur CeBit im März vorstellen wollen. Damit können diese Betriebe ihre Vertrags- und Zuliefererbeziehungen professionell wie die Großen organisieren, ohne sich finanziell zu überheben.“

Einkauf und Zulieferverträge in der „Cloud“

Die Dresdner Entwickler haben dafür Computerprogramme entworfen, die komplexe Beschaffungsprozesse, den Großeinkauf vom Komponenten, Verträge und Ausschreibungen abwickeln. Diese Programme und Daten werden in zwei Rechenzentren in Hamburg abgespeichert und ausgeführt, die Unternehmen rufen diese digitalen Dienste dann per Internet ab.

„Arbeiten in der Cloud“ heißt dieses Konzept neudeutsch und bedeutet im Kern: Die Firmen müssen sich keine eigenen Supercomputer und Technikabteilungen zulegen, um die komplexen Waren- und Einkaufsströme zu koordinieren, die Dienste werden über eine entfernte Rechnerwolke (Cloud) zugewiesen. „Dabei müssen sich die Kunden natürlich darauf verlassen können, das ihre Daten bei uns gut aufgehoben sind, Sicherheit steht bei uns ganz oben“, betont Bibow.

Über 600 Einkäufer und 44.000 Zulieferer auf dem Newtron-Marktplatz
Der Hauptsitz von Newtron im Dresdner "Margon-Haus". Abb.: Paulae, Wikipedia

Der Hauptsitz von Newtron im Dresdner "Margon-Haus". Abb.: Paulae, Wikipedia

Mittlerweile nutzen über 600 einkaufende Kunden und mehr als 44.000 Lieferanten den digitalen Marktplatz aus Dresden. Der hat einerseits abgeschottete Segmente, auf die nur je ein Großkunde mit seinen Stammzulieferern zugreifen kann. Andere „Stände“ auf diesem virtuellen Marktplatz sind öffentlich, so dass sich auch kleine Firmen aus aller Welt um Aufträge der Automobil-, Pharma-, Maschinenbau-, Verlags- und anderen Branchen bewerben können. Zu den Großkunden gehören Daimler, MAN und Springer.

Allein im vergangenen Jahr sei das hier abgewickelte Vertragsvolumen um 28 Prozent gewachsen, sagt Bibow. Genaue Umsatzzahlen wollte der Vorstand nicht nennen, sprach aber von einem „einstelligen Millionenbetrag“ und wachsenden Umsätzen. 30 der 50 Newtron-Mitarbeiter sind am Stammsitz Dresden – vor allem in der Entwicklungsabteilung und im Service-Center – angestellt, der Rest in den deutschen und internationalen Niederlassungen des Unternehmens. Heiko Weckbrodt

Hier noch ein Video mit der Eigendarstellung von Newtron:

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