Alle Artikel mit dem Schlagwort: Zelltherapie

Der Dresdner Professor Frank Ellinger baut zusammen mit Kollegen an der TUD die Testplattform "More" für ultraschnelle Chips auf. Auf dem Monitor ist ein stark vergrößerter Chip zu sehen, der bei sehr hohen Frequenzen von etwa 200 Gigahertz arbeitet. Entwicklet wurde er von Dr. Paolo Valerio Testa für die ultra-schnelle drahtlose Datenkommunikation. Foto: Kretzschmar für die TUD

TU Dresden will 150 Millionen für drei neue Spitzenzentren

6G-Mobilfunk, lebende Arznei und digitale Gesundheit im Fokus Dresden, 5. Mai 2020. Mit „lebenden“ Arzneien, gesundheitsfördernden Verbindungen zwischen biologischer und digitaler Welt sowie dem Mobilfunk der 6. Generation wollen Dresdner Wissenschaftler drei neue Spitzenforschungszentren an der TU einrichten – und dafür bis zu 200 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Clusters4Future“ einwerben. In die engere Auswahl sind die Dresdner Projekte „SaxoCell“, „Smart4life“ und „6G-Zukunftscluster“ bereits gelangt. Nun müssen die Forscher ihre Anträge verfeinern und sich gegen 13 weitere Projekte anderer Unis durchsetzen, damit das Geld ab dem kommenden Jahr fließen kann. Das geht aus einer Mitteilung der Technischen Universität Dresden (TUD) hervor.

Michael Sieweke ist Humboldt-Professor im Zentrum für regenerative Therapien Dresden (CRTD). Er untersucht die Regenerationsfähigkeiten von Makrophagen. Foto: Heiko Weckbrodt

Die heilsamen Zerstörer

Der Immunologe Michael Sieweke ist als Humboldt-Professor nach Dresden gekommen, um die Reparaturkräfte von Makrophagen auszuloten. In Zukunft könnten sich daraus Zelltherapien gegen bisher unheilbare Krankheiten ergeben, hofft er. Dresden. Neuartige Zelltherapien könnten in Zukunft womöglich Leberzirrhosen, altersbedingte Lungenkrankheiten, Herzinfarkt-Narben und andere Schäden an menschlichen Organen reparieren, die bisher als unheilbar galten. Neben den viel beschworenen Stammzell-Behandlungen fokussieren sich einige Forscher wie Prof. Michael Sieweke dabei auch auf den Einsatz von Makrophagen. Diese speziellen Zellen des Immunsystems befinden sich überall im Menschen: im Hirn, in der Lunge, in der Leber – sie sind ein natürlicher Teil der „Zell-Crew“ in unserem Körper. Sie sind unter anderem dafür zuständig, Keime und andere Fremdkörper zu vernichten. Die Übersetzung als „Fresszellen“ mag der 56-jährige Immunologe allerdings nicht sonderlich: „Ich würde eher von Zellgärtnern reden, denn Makrophagen stoßen auch das Wachstum neuer Zellen an. Sie reparieren also auch. So wie ein Gärtner nicht nur Unkraut und Wildwuchs entfernt, sondern auch pflanzt und düngt.“

Dr. Alvin Thomas von Denovomatrix stellt Biomaterialien im Labor her. Foto: Magdalena Gonciarz

Mini-Fabriken für Zellkulturen

Uni-Ausgründung “Denovomatrix” aus Dresden will mit Biomatrizen die Petrischale beerben und den Weg zu innovativen Zell-Therapien ebnen Dresden, 22. Februar 2018. Biotechnologen aus Dresden haben Mini-Versuchsfabriken für Zellkulturen entwickelt. Diese Kulturen sind wichtig, um neuartige Zelltherapien zum Beispiel gegen Krebs, Leberzirrhose oder Herzschwäche entwickeln zu können. Die ersten dieser „screenMatrix“ genannten Entwicklungsplattformen bringt die Vermarktungstochter der TU Dresden, die Tudag, auf den Markt. Die vier Forscher und Gründer wollen dann im Sommer die Firma Denovomatrix gründen. Die soll die Zell-Fabriken weiterentwickeln und gemeinsam mit Laborausrüstern international vermarkten. „Wir wollen in einer Schale die Biologie des Menschen nachstellen“, erklärte Denovomatrix-Mitgründerin Nadine Schmieder-Galfe.

Dresdner Zellforscher: Unkodierte Substanz in DNA ist mehr als nur geerbter „Schrott“

Dunkle Zellmaterie steuert Vorprozesse der Protein-Synthese Dresden, 15. November 2013. Gern und oft wird behauptet, der Mensch nutze 90 Prozent seines Gehirns gar nicht aus. Das dürfte zwar eher ein Zeichen dafür sein, wie wenig wir das Gehirn wirklich verstehen, aber Ähnliches hat man lange auch von der menschlichen DNA geglaubt: Die besteht nämlich nur zu fünf Prozent aus echten Bauplänen für die Konstruktion und Spezialisierung von Zellen. Der Rest ist anscheinend unkodierte Erbsubstanz. Dresdner Zellforscher haben nun nachweisen können, dass wenigstens ein Teil dieser „dunklen Materie“ kein unnützer Erbballast ist, sondern die Entstehung von neuen Nervenzellen mitsteuert. Das hat heute das „Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden“ (CRTD) mitgeteilt.