Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gefängnis

Blick auf die Ruine des Ostflügels des einstigen Klosters Altzella. Foto: Peter Weckbrodt

Zu Lips Tullian ins Burgverlies

Oigers Wochenendtipp: In Nossen saßen mittelalterliche Terroristen und verführerische Mätressen ein Dresden/Nossen/Altzella, 8. April 2016. Ausgerechnet zu Lips Tullian, dem schlimmsten Terroristen des deutschen Mittelalters, führt uns der Ausflugs-Tipp an diesem Wochenende. Noch dazu nach Nossen. Und dorthin fährt seit Jahresbeginn 2016 kein einziger Zug mehr hin! Andererseits sind wir mit dem Auto genauso schnell dort wie in Moritzburg oder Pillnitz. Der kleine Ausflug lohnt, das kann der Oiger schon jetzt versprechen.

Restaurieren macht ihm besonders Spaß: Insasse Jörg H. in der Gefängniswerkstatt am Hammerweg in Dresden. Foto: Peter Weckbrodt

Nun komme ich doch noch in den Knast

Im Gefängnis am Dresdner Hammerweg restaurieren die Sträflinge einen historischen Schnellzug-Wagen – wir haben “im Bau” zugeguckt Dresden, 2. Juli 2015. Ich komme dem Knast immer näher. Und es überrascht mich doch, wie wenig die Strafvollzugsanstalt Dresden auf dem Hammerweg meinen durch lebenslangen Krimi-Konsum geprägten Vorstellungen entspricht. Ja, da ist die lange, parallel zur Zufahrtsstraße verlaufende schwer überwindbare Mauer. Ich sehe Überwachungskameras, die gehören aber inzwischen schon zum Stadtbild. Viel mehr aber kann ich nicht entdecken. Wo sind die alle anderen Bauwerke überragenden Wachtürme, besetzt mit schwerbewaffneten Scharfschützen? Wo die Stacheldrahtverhaue, die nachts das ganze Gelände in gleißendes Licht versetzenden Scheinwerferbatterien? Nichts von alledem, oder nur gut getarnt.

Das verfallene Gefängnis in Berlin-Köpenick führt dem Besucher vor Augen, wie spartanisch der Knast-Alltag zu Kaisers Zeiten war. Foto: Heiko Weckbrodt

Knast in Reinstform

Das verfallene Gefängnis Berlin-Köpenick zeigt spartanische Haftbedingungen zu Kaisers Zeiten – und erinnert an das blutige Wüten der SA Wie die Schlüsselbunde der Wärter laut rasseln, wie sich die erbarmungslose Kälte in den Knastmauern festgesetzt hat, die polternden Handaufzüge, mit denen die Klo-Eimer abgeseilt werden, die Einsamkeit auf ein mal zweieinhalb Schritt im Quadrat – all dies kann man sich nur allzu gut vorstellen, zwängt man sich durch die düster-zerblätterten Gänge und Türen im aufgegebenen Gefängnis Berlin-Köpenick.

DVD „Lockout“: „Stirb Langsam“ im Weltall

Im Jahr 2070 sperren die USA ihre Verbrecher nicht mehr im bodenständigen Knast ein, sondern frieren sie auf der Raumstation „MS-1“ in den Tiefschlaf. Da stolpert gerade Präsidententochter Emilie (Maggie Grace) umher, als die Knastis aufwachen, austicken und die Maid als Geisel nehmen. Flugs schleicht sich Agent Snow (Guy Pearce) an Bord, klopft coole Sprüche und befreit die Prinzessin – pardon: die Präsidententochter, die sich in jeder Hinsicht als schlagfertig erweist. Das Ganze nennt sich „Lockout“ („Ausgesperrt“), ist Sci-Fi-Action aus der Feder von Luc Besson („Das 5. Element“) und ist nun fürs Heimkino erschienen.

Mafia-Filmtipp: Der Prophet – Gefängnisdrama vom Aufstieg eines neuen Bosses

Mailk, arabischer Abstammung, ist ein echter Pechvogel. Mit seinen 19 Jährchen darf er sich ab sofort zu den großen Jungs gesellen. Sehr zu seinem Bedauern, denn mit den großen Jungs ist in seinem Fall das Gefängnis für Erwachsene gemeint. Seine paar Habseligkeiten werden ihm beim Betreten des Knastes von den Wärtern abgenommen. Die Schuhe folgen 24 Stunden später auf seinem ersten Rundgang auf dem Gefängnishof, als zwei Mitgefangene sich diese näher betrachten. Und zwei weitere Tage später wird sogar sein Leben bedroht. Die einzige Chance, diesem Dilemma zu entkommen, ist der Mord an dem Insassen Reyeb.