Knastis kochen Drogentee aus Briefpapier – Sachsen führt Spezialscanner ein

Justizministerium: Unsichtbare Synthie-Drogen „mit herkömmlichen Methoden kaum nachweisbar“
Dresden, 3. Februar 2026. Weil sich immer mehr Häftlinge unsichtbare Drogen per Briefpapier ins Gefängnis schmuggeln lassen, führt Sachsen inzwischen spezielle Drogenscanner ein. „Neue psychoaktive Substanzen, insbesondere synthetische Cannabinoide, stellen den Justizvollzug vor besondere Herausforderungen“, heißt es dazu aus dem sächsischen Justizministerium in Dresden. Denn diese Drogen werden „häufig unsichtbar auf Papier aufgebracht und sind mit herkömmlichen Methoden kaum nachweisbar“.
Schmuggler träufeln „neue psychoaktive Substanzen“ unsichtbar aufs Papier
Hintergrund: In Deutschland, Österreich und anderen Ländern, aber eben auch konkret in Sachsen haben Gefangene neue Wege gefunden, um Rauschgift unbemerkt in den Knast einzuschleusen. Dabei handelt es sich um zunächst flüssige synthetische Drogen, die auf Papier geträufelt werden. Äußerlich sind derart präparierte und dann beschriftete Blätter nicht von normaler Briefpost zu unterscheiden. Die Häftlinge rauchen oder essen diese Drogenbriefe dann, um sich zu berauschen, manche bereiten sich daraus auch Tee zu.
Viele Gefängnisse geben Briefe nur noch in Kopie aus
Seit die Wärter diesen Schmuggelpfad erkannt haben, geben viele Justizvollzugsanstalten (JVA) ihren Insassen nur noch Kopien der empfangenen Briefe. Rechtlich ist diese Lösung aber umstritten. Parallel dazu haben daher sächsische Gefängnisse spezielle Testgeräte angeschafft, mit der sich die „neuen psychogenen Stoffe“ (npS) aufspüren lassen. Den Anfang machte die JVA Leipzig samt Krankenhaus, dann folgten die Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen sowie die Gefängnisse Dresden und Bautzen.
Gesetzentwurf soll Einsatz der Testgeräte absichern
Um dies rechtlich abzusichern, hat das sächsische Justizministerium nun einen Gesetzentwurf vorgelegt. Der regelt unter anderem – neben dem Betrieb von Drohnen-Aufspüranlagen in Gefängnissen – auch den Einsatz der neuen Geräte. „Mit dem Einsatz moderner Drogenscanner schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten, den Drogenmissbrauch im Justizvollzug wirksam zu bekämpfen“, hofft Justizministerin Constanze Geiert (CDU).
Auch andere Bundesländer schaffen sich ähnliche Scanner an. Dabei handelt es sich oft um Ionen-Spektrometer. Die Wärter „füttern“ diese Geräte beispielsweise mit Wattetupfern, die sie vorher über die verdächtigen Briefe gestrichen haben. Die Spektrometer ermitteln dann die Zusammensetzung, um Drogencocktails im Papier aufzuspüren.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: SMJus, ORF, WDR, Verfassungsblog.de, Smiths Detection Group

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