Akku-Recycler „Liofit“ investiert in Kamenz

Neues Reparatur- und Recyclingzentrum für Lithium-Energiespeicher geplant
Kamenz, 17. August 2025. Um mehr Fahrrad-Akkus ein „zweites Leben“ zu spendieren, investiert Liofit in Kamenz: Nordöstlich von Dresden soll ein neuer Firmensitz entstehen, in diesem Zuge erweitert das Unternehmen seine Aufbereitungs-Kapazitäten. Das geht aus Mitteilungen von Liofit und des sächsischen Wirtschaftsministeriums hervor.
Wirtschaftsminister sagt Zuschüsse zu
Geplant sei ein „neues CO2-neutrales Reparatur- und Recyclingzentrum für Lithium-Akkus“, heißt es aus dem Ministerium in Dresden. Das Unternehmen verlängere damit „den Lebenszyklus von E-Bike-Akkus durch Reparatur und Aufbereitung“. Mit Blick auf die industriepolitische Bedeutung von Lithium-Energiespeichern und dem besonderen gesellschaftlichen Interesse an nachhaltigen, umweltfreundlichen Akku-Kreisläufen übergibt Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) an Liofit-Chef Ralf Günther zum ersten Spatenstich am 21. August eine Zuschuss-Zusage aus dem Topf für Kreislaufwirtschaftsförderung.
Bislang über 110.000 Fahrrad-Akkus repariert
Die Vorgeschichte: Der Chemiker Ralf Günther gründete Liofit 2012 in Kamenz. Seither hat das Unternehmen laut eigenen Angaben über 110.000 Fahrrad-Akkumulatoren repariert. „In Handarbeit werden hier Akkus mittels eigens geschriebener Software auf ihre Fehler hin ausgelesen und von Spezialisten repariert“, betont das 30-köpfige Liofit-Team.
Mechanische Zell-Verwertung als Ipcei-Projekt
Als „Wichtiges Projekt von besonderem gemeinsamem europäischen Interesse“ (Ipcei) hatte das Unternehmen zudem mit Fordermitteln gemeinsam mit der Bergakademie Freiberg eine Pilotanlage für eine mechanische Wiederverwertung der Energiespeicher aufgebaut. EU und Bund hatten damals Millionenzuschüsse genehmigt. „Dabei werden defekte Akkus demontiert, die einzelnen Komponenten wie Kunststoffe aus den Gehäusen, Elektroniken und Zellpakete einzeln getrennt und sortiert“, berichtet Liofit. „Durch die zusätzliche Tiefentladung der Zellpakete können diese durch externe Partner mechanisch recycelt werden. Dank dieses Prozesses kann die stoffliche Verwertungsquote von aktuell 30 auf über 80 Prozent gesteigert werden. Zudem wird die Restenergie der Akkus im Sinne der Nachhaltigkeit direkt für den Produktionsprozess genutzt.“ Damit setze man „neue Maßstäbe im Recycling von Batterien“, betonen die Kamenzer.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: SMWA, Liofit, Oiger-Archiv, Wikipedia

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