Interesse an Flüssigeis-Heiztechnologie aus Sachsen wächst

Projekte in Zittau, Bremen und an weiteren Standorten
Zittau/Dresden, 16. August 2025. Für Flüssigeis-Technologie für Heizungen und Kühlanlagen, die am „Institut für Luft- und Kältetechnik“ (ILK) Dresden entwickelt wurde, mehren sich die Pilotanlagen. So soll solch eine Aquathermie-Anlage, gekoppelt mit Wärepumpen, künftig das neue Stadtquartier „Überseeinsel“ in Bremen heizen und kühlen – die Regie lieht hier beim ILk selbst. Außerdem baut die ILK-Ausgründung „Aqva Synergy“ in Zittau am Fluss Mandau eine Pilotanlage, die die Langzeit-Praxistauglichkeit dieser Energietechnologie demonstrieren soll. Darauf hat ILK-Chef Prof. Uwe Franzke hingewiesen.
Nachfrage aus Hotel-Sektor
„Der Bedarf an solchen Lösungen ist da, unter anderem aus dem Hotel-Sektor“, betonte Franzke. Allerdings wollen die Hoteliers und anderen potenziellen Kunden auch sehen, dass das Konzept auf lange Sicht funktioniere und sich rechne.
Die prämierte Technologie dahinter hatte das ILK über Jahre hinweg entwickelt und dann gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz sowie der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) in Zittau zur Praxisreife geführt. Die auf dieser Basis konstruierten Aquathermie-Anlagen holen sich Wasser aus einem Fluss oder See, bringen es bei Unterdruck bis nahe an einen Tripelpunkt – und damit den Gefrierpunkt – und übergeben dieses pumpbare Flüssigeis dann an eine Wärme-Pumpe. Die bereitet die thermische Energie im Wasser für Heizungen oder Kühlaggregate auf. Als Einsatzszenarien sehen die sächsischen Ingenieure vor allem den gewerblichen Sektor und Fernheiz- beziehungsweise Kühlnetze für Wohngebiete. Nutzbar ist das pumpbare Flüssigeis auch als Energiespeicher. Angesichts des hohen Potenzials dieser Technologie, auf besonders nachhaltige und energiesparende Art und Weise Gebäude mit Energie aus natürlichen Gewässern zu heizen und zu kühlen, fördert auch der Freistaat Sachsen einen Teil der Pilotprojekte, unter anderem das in der Lausitz.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: ILK, Wikipedia, Oiger-Archiv

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