Dresden baut neue Mikroelektronik-Berufsschule auf Pump

Stadttochter Kid soll Projekt in Prohlis realisieren
Dresden, 16. Juni 2025. Weil die Nachfrage nach Mikrotechnologen und Mechatronikern in den Chipfabriken im Silicon Saxony stetig wächst, soll in Dresden-Prohlis eine 127,5 Millionen Euro teure Mikroelektroniker-Berufsschule für rund 2200 Jugendliche entstehen. Da die Stadt aber trotz Zuschuss-Zusagen vom Freistaat nicht genug Geld dafür hat, soll das neue „Berufliche Schulzentrum für Elektrotechnik Dresden“ (BSZ DET) auf Pump gebaut werden.
Kommune hofft auf Zuschüsse von Freistaat und EU
Damit das nicht zu sehr nach eigener Schuldenmacherei aussieht und um die Bauvorbereitungen zu beschleunigen, soll sich die Stadttochter „Kommunale Immobilien Dresden“ (Kid) um das Projekt kümmern. So will die Verwaltung auch absichern, dass für die Exzellenz-Berufsschule keine europäischen Fördergelder aus dem Efre-Topf verloren gehen. Das geht aus einer Vorlage hervor, über die diesen Donnerstag der Dresdner Stadtrat befinden soll.
„Eigenfinanzierung nicht möglich“
„Aufgrund der aktuellen finanziellen Haushaltslage der Landeshauptstadt Dresden ist die Eigenfinanzierung des Neubaus des BSZ ET durch die Landeshauptstadt Dresden nicht möglich“, heißt es in dem Papier. „Deshalb soll die Projektumsetzung durch die Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG (KID KG) kreditfinanziert erfolgen. Die KID KG wird den Schulcampus nach Fertigstellung an die Landeshauptstadt Dresden vermieten.“
Ausbildungsstart für 2028 avisiert
Geplant ist, dass die neue Großberufsschule für die sächsische Halbleiterindustrie als „nahezu klimaneutrales“ Gebäude an der Boxdorfer Straße in Prohlis entsteht. Mit dem Schuljahresbeginn 2028/2029 soll sie die Ausbildung starten. Aufgrund der überregionalen Bedeutung des Vorhabens hat der Freistaat bereits eine Sonderförderung zugesagt.
Chipindustrie im Silicon Saxony wächst
Bisher befindet sich die Dresdner Elektroniker-Berufsschule in der ehemaligen Reichsbahn-Ingenieurschule am Strehlener Platz. Die wurde zwar schon mehrfach modernisiert und erweitert. Dennoch reicht der Platz dort auf lange Sicht nicht: Durch die Ansiedlung von TSMC, die Ausbauten bei Infineon, Globalfoundries, X-Fab, Jenoptik und anderen Hightechfirmen sowie das erwartbare organische Wachstum der ostsächsischen Halbleiterindustrie ist ein starker Azubi-Nachfrageschub in diesem Sektor absehbar.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Ratsinfo DD, Oiger-Archiv

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