Medizin & BiotechNewszAufi

Verfettung brennt sich molekular in Blutadern ein

Fettleibigkeit schädigt die Blutgefäße in Nieren dauerhafter als etwa in der Leber. Grafik: Dall-E
Fettleibigkeit schädigt die Blutgefäße in Nieren dauerhafter als etwa in der Leber. Grafik: Dall-E

Leber-Blutgefäße erholen sich durch gesunde Ernährung wieder – andere Organe nicht

München/Leipzig, 21. November 2022. Viele Blußgefäße merken sich auf einer molekularen Ebene die Jahre der Fettleibigkeit („Adipositas“). Diäten, Gewichtsabnahme und gesunde Ernährung können die molekulare Gesundheit der Blutgefäße zwar wieder verbessern – aber eben nicht in allen Organen. Das hat ein Team um Dr. Bilal Sheikh von der Uni Leipzig und vom Helmholtz-Institut für Stoffwechsel-, Adipositas- und Gefäßforschung München herausgefunden. „Einige unserer Blutgefäße können ein ,Gedächtnis’ für Stoffwechselerkrankungen entwickeln, welches nur schwer wieder rückgängig zu machen ist“, heißt es in einer Studien-Zusammenfassung der Uni.

Niere bleibt nachtragend

So können sich beispielsweise die Adern in der Leber durch gesunde Ernährung wieder vom Übergewicht erholen. „Aber die Blutgefäße in den Nieren behalten die Krankheitssignatur bei, trotz gesunder Ernährung und erheblicher Gewichtsabnahme.“ Letztlich beweise die Studie, „wie schlechte Essgewohnheiten die Entwicklung verschiedener Krankheiten auf molekularer Ebene fördern“, betont Erstautorin Dr. Olga Bondereva.

Weltweit sind 650 Millionen Erwachsene fettleibig

Für ihre Studie hatte das Team an Mäusen die Endothelzellen molekular untersucht, mit denen Blutgefäße ausgekleidet sind. Diese Zellen steuern den Transport von Nährstoffen, Metaboliten, Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Blut und Organen. Sind die Endothelzellen beschädigt, kann dies auch zu Organschäden führen. Um die regenerativen Effekte einer Diät zu messen, analysierten die Forscher die molekularen Veränderungen in fettleibigen Mäusen, die sie danach auf Diät setzten und erneut untersuchten. Sie sind überzeugt, dass sich die Befunde auf Menschen übertragen lassen. Weltweit gelten rund 650 Millionen Erwachsene als fettleibig.

Quelle: Uni Leipzig

Wissenschaftliche Publikation:

Olga Bondareva u. a.: „Single-cell profiling of vascular endothelial cells reveals progressive organ-specific vulnerabilities during obesity“, DOI 10.1038/s42255-022-00674-x

Zum Weiterlesen:

Leber regeneriert sich nach wenigen Jahren wieder

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger