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Vattenfall verkauft Braunkohle-Sparte an Prager EPH

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall
Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Foto: Vattenfall

Konsortium übernimmt Tagebaue und Kraftwerke

Berlin/Prag/Dresden, 18. April 2016. Vattenfall verkauft seine ostdeutschen Braunkohle-Tagebaue und -Kraftwerke an den tschechischen Energiekonzern EPH und das Investmentunternehmen PPF. Das hat der schwedische Energiekonzern heute mitgeteilt.

Verlustgeschäft für die Schweden

Das Unternehmen will sich aus der Braunkohle ganz zurückziehen und hatte bereits seit Monaten einen Käufer für seine Tagebaue und Kraftwerke (insgesamt rund 7500 Mitarbeiter) gesucht. Unterm Strich wird der Deal für Vattenfall ein Verlustgeschäft. „Der Verkauf wird sich in der Bilanz des 2. Quartals mit einem Verlust von 22 bis 27 Milliarden Schwedischen Kronen niederschlagen“, informierte das Unternehmen. Dies hänge auch mit „Verbindlichkeiten und Rückstellungen unter anderem für Rekultivierungen“ zusammen. Der Verkauf hängt zudem noch vom Okay der schwedischen Regierung ab.

Martin Dulig. Foto: Götz Schleser, SMWA
Martin Dulig. Foto: Götz Schleser, SMWA

Wirtschaftsminister Dulig ist froh

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) begrüßte die Nachricht. „Wir sind froh, dass die Hängepartie nun beendet ist und den 7.500 direkt betroffenen Menschen im Lausitzer Revier eine Perspektive eröffnet wird. Die Entscheidung nehmen wir deshalb als wichtiges Signal für die Zukunft der Lausitz zur Kenntnis.“

Das Käuferkonsortium besteht aus der „Energetický a Průmyslový Holding“ (EPH) und der Investmentgruppe „První Privatizační Fond“ (PPF). Es übernimmt die Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg, Schwarze Pumpe, den 50-Prozent-Anteil am Kraftwerk Lippendorf sowie die Tagebaue Jänschwalde, Nochten, Welzow-Süd, Reichwalde und den kürzlich ausgekohlten Tagebau Cottbus Nord.

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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