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Ostdeutscher Maschinenbau verliert weiter an Dynamik

Oliver Köhn ist Geschäftsführer des VDMA Ost. Foto: VDMA
Oliver Köhn ist Geschäftsführer des VDMA Ost. Foto: VDMA

Industrieverband VDMA Ost sieht Ursachen nicht nur bei Corona

Leipzig, 18. Oktober 2020. Die Geschäftslage im ostdeutschen Maschinenbau hat sich weiter eingetrübt – und das nicht nur wegen Corona. Die Auftragslage habe sich bereits 2019 eingetrübt, also vor der Seuche, teilte der Landesverband Ost des „Verbandes der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer“ (VDMA) in Leipzig mit. Schuld daran seien die globalen Handelskriege, die weltweite Konjunkturflaute und der Strukturwandel in Automobilbau und Energiesektor gewesen.

Betriebe nur noch zu 71 % ausgelastet

„Im Frühjahr führte dann die Pandemie mit den weitreichenden Beschränkungen zu einem tiefen Einschnitt. Das internationale Geschäft wurde stark ausgebremst, Maschinen konnten und können nicht in Betrieb genommen, Serviceleistungen nicht erbracht werden“, schätzte Landesverbands-Chef Oliver Köhn ein. „Die Kunden ordern nur sehr zurückhaltend neue Maschinen, Anlagen und Teile. Sie verschieben und stornieren zudem bereits erteilte Aufträge.“ Die Kapazitätsauslastung sank auf durchschnittlich 71 Prozent – ein Jahr zuvor lag sie bei 85 Prozent.

Kapazitätsauslastung im ostdeutschen Maschinenbau 2009 bis 2020. Grafik. VDMA Ost
Kapazitätsauslastung im ostdeutschen Maschinenbau 2009 bis 2020. Grafik. VDMA Ost

Verbandschef warnt: Nicht alles auf die batterieelektrische Karte setzen

Der Landesverband sieht die Probleme nicht nur in Pandemie und Gegenmaßnahmen. Die ostdeutschen Maschinenbauer beklagen auch eine „überbordende Bürokratie in Deutschland“, die Sanktionspolitik gegen Russland und die Fixierung vieler deutscher Politiker auf batterielektrische Autos. „Die Veränderungen in der Automobilindustrie dürfen nicht mit der Brechstange herbeigeführt werden, sonst riskieren wir das Ende einer ganzen Zulieferindustrie“, mahnte Köhn. Der Verbrenner sei als Brückentechnologie wichtig, bis die bestmögliche Lösung gefunden ist. „Natürlich müssen sich die Unternehmen dem Wandel stellen, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Aber alles auf eine Karte zu setzen, ist falsch.“

Autor: hw

Quelle: VDMA Ost

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Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger