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Star Wars 7 erwacht im Heimkino

Daisy Ridley rennt als Rebellin Rey durch die außerirdische Wüste und hat anscherinend einen abtrünnigen Klon-Krieger im Schlepptau. Foto: Disney
Die sehr vital agierende Daisy Ridley ist die rebellische Schrottsammlerin Rey. Hier rennt sie durch die Wüste und hat einen abtrünnigen Strumtruppler im Schlepptau. Und natürlich hat der kleine Roboter im Hintergrund ultrawichtige Geheiminformationen im Speicher. Foto: Disney

„Das Erwachen der Macht“ auf DVD: Der neue Sternenkrieg ist größer, knalliger, böser – und bleibt irgendwie uninspiriert

Wer den Sternenkrieg 7 in den Kinos verpasst hat, darf nun das Heimkino warmlaufen lassen: Lucasfilm hat jetzt „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ auf Bluray und DVD veröffentlicht – in der Grundversion leider ohne Bonusmaterial. Die technisch spektakuläre, aber wenig innovative Fortsetzung der legendären Science-Fiction-Saga setzt vor allem auf die Prinzipien „Noch mehr, noch größer, noch jünger, noch knalliger.“

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Nix mit Happy End nach Todesstern-Grillparty

Wir erinnern uns: In den ursprünglichen drei Starwars-Filmen (die jetzt chronologisch als Episoden 4 bis 6 gelten) hatten die Rebellen um Luke Skywalker (Mark Hamill), Han Solo (Harrison Ford, „Blade Runner“, „Enders Game„) und Prinzessin Leia (Carry Fisher) den Todesstern des bösen Imperators gegrillt, Lukes nicht weniger bösen Papi Darth Vader besiegt und alles sah nach einem glücklichen Opernende aus.

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Harte Schale, weicher Kern: Mancher Strumtruppler würde gern zu den Guten gehören. Foto: Lucasfilm/ Disney
Harte Schale, weicher Kern: Mancher Strumtruppler würde gern zu den Guten gehören. Foto: Lucasfilm/ Disney

Schrottsammlerin und Deserteur suchen den Jedi-Messias

Mit dieser Erwartung haben wir aber geschnitten, wie uns die neue Episode 7 eröffnet: Die neue Republik ist schwach geblieben, die Anhänger der dunklen Seite rotten sich in einer Geheimorganisation namens „Erste Ordnung“ zusammen und rüsten auf, während die halbe Galaxis verzweifelt nach Luke Skywalker sucht, der als letzter Überritter noch eine Jedi-Ausbildung genossen hat. Nach bewährter Starwars-Strickart ist es nun an den „kleinen“ Leuten, das Böse zu stoppen: Die Wüsten-Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) und Ex-Sturmtruppler FN 2187 (John Boyega) tun sich zusammen, um den Messias zu finden…

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Star Wars: Das Erwachen der Macht

Zweifellos macht Daisy Ridley in all ihrer Vitalität und Leinwandpräsenz schwer was her als neue Hauptheldin. Und auch an Spezialeffekten und aufwendigen optischen Effekten haben Lucasfilm und der Mutterkonzern Disney nicht herumgeknausert. Aber es ist mit Star Wars 7 aber wie mit so vielen Filmen, in denen J. J. Abrams Regie geführt hat: Sie sind knallig, aber wirken irgendwie uninspiriert.

Die Flugsicherheit von Sternenkreuzern hat offensichtlich nachgelassen. Foto: Lucasfilm/ Disney
Die Flugsicherheit von Sternenkreuzern hat offensichtlich nachgelassen. Foto: Lucasfilm/ Disney

Abrams will es allen recht machen

Ähnlich wie schon bei Star Trek versuchen Abrams und die Studiobosse, es hier allen recht zu machen (und dieser Spagat gelingt selten): Für die alten Fans erfüllen die alten Helden wie Carry Fisher und Harrison Ford brav ihre Aufgabe, den Staffelstab an jüngere Heroen zu übergeben, damit auch die Teenager von heute an die dunkle oder helle Seite der Macht gebunden bleiben. Und dann wird eben überall noch was draufgesetzt: Die Kämpfe sind noch schneller geschnitten, der neue Todesstern noch größer, die Böse noch böser. Wie überzeugt diese Rollen allerdings Jungspunde wie ein Kylo Ren oder ein General Hux im direkten Vergleich zu einem Darth Vader ausfüllen, darf jeder für sich entscheiden. Dennoch ist natürlich jeder Starwars-Fan jetzt angefixt bis hinten gegen – und muss sich leider bis 2017 gedulden: Dann startet der achte Sternenkrieg.

Autor: Heiko Weckbrodt

Star Wars VII. Foto: Lucasfilm/ Disney
Star Wars VII. Foto: Lucasfilm/ Disney

„Star Wars VII – Das Erwachen der Macht“ (Lucasfilm/ Disney), Science Fiction, USA 2015, Regie: J. J. Abrams, mit Daisy Ridley, Harrison Ford, Max von Sydow, Carrie Fisher, DVD ca. 130 Minuten, zehn Euro, FSK 12

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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