Murata siedelt sich in Sachsen an

Japaner sind Weltmarktführer für Chipfabrik-„Eisenbahnen“
Dresden/Kyoto, 30. August 2025. Der Chipboom in Sachsen und vor allem die entstehende TSMC-Halbleiterfabrik in Dresden ziehen weitere Ansiedlungen und Investitionen nach sich. So hat der Chipfabrik-Ausrüster „Murata“ aus Kyoto nun eine neue Niederlassung samt Schulungszentrum Sachsen angekündigt. Das geht aus einem Bericht des japanischen Nachrichtenportals „Nikkei Asia“ hervor.
Schulungszentrum für Sachsens Ingenieure soll Mitte 2026 starten
Demnach will Murata im Freistaat im Juli 2026 eine Dependance eröffnen, die die Halbleiter-Werke beim Reinraum-Einsatz japanischer Wafer-Transporter unterstützt. Die sächsische Niederlassung der Japaner soll technische Hilfen und Wartungen für die Chipfabrik-„Eisenbahnen“ anbieten, zudem ist ein Schulungszentrum für Ingenieure lokaler Halbleiterhersteller geplant. Laut „Nikkei Asia“ handelt es sich um das erste Schulungszentrum des Unternehmens in Europa.
Den genauen Standort hat Murata noch nicht verraten, eine Ansiedlung in Dresden oder im Speckgürtel der Stadt ist wahrscheinlich. Denn bisher verwenden alle größeren Chipfabriken in Dresden die Transportsysteme von Murata, darunter Globalfoundries, Infineon und bald sicher auch die deutsche TSMC-Tochter „ESMC“.
Starkes Signal für Halbleiter-Standort Sachsen

Dies sei eine direkte Folge der Investitionen in neue Fertigungskapazitäten in Dresden. „Dies bestätigt die Prognosen, wonach jeder direkte Arbeitsplatz in der Halbleiterfertigung im Schnitt drei weitere Arbeitsplätze im Umfeld von Zulieferern, Dienstleistern und Technologielieferanten nach sich zieht.“
Weltmarktführer für hochautomatische Reinraum-Transportsysteme
Murata stellt Transportsysteme her, die an Schienen unter der Reinraumdecke installiert werden. Diese Roboter-Eisenbahn fährt in den Chipfabriken umher und transportiert hochautomatisch Kassetten voller Siliziumscheiben (Wafer) von Anlage zu Anlage. Die Japaner gelten in diesem Segment als Weltmarktführer. Zwar kommen die Murata-Eisenbahnen nicht überall hin, vor allem mit älteren oder verwinkelten Chipfabrik-Ecken haben sie Schwierigkeiten. Diese Automatisierungslücken füllen dann spezialisierte Unternehmen wie Fabmatics Dresden. Nur durch diese auch international beispielgebende Hochautomatisierung in einer Kombination aus japanischer und sächsischer Transport-Technologie und Robotik sind die Halbleiter-Fabriken im Freistaat über Jahrzehnte hinweg wettbewerbsfähig geblieben.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Nikkei Asia, Wikipedia, Oiger-Archiv

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