Quantencomputer-Hersteller „Saxonq“ mit Gründerpreis Sachsen ausgezeichnet

Leipziger Uni-Ausgründung baut Quantenrechner, die bei Zimmertemperatur funktionieren
Leipzig/Dresden, 30. Juni 2025. Der Leipziger Quantencomputer-Hersteller „Saxonq“ hat den sächsischen Gründerpreis 2025 gewonnen. Das haben das Wirtschaftsministerium in Dresden und das Unternehmen selbst mitgeteilt. Die Experten-Jury würdigte damit die technologisch taktgebende Pionierleistung der Leipziger Uni-Ausgründung, die Quantenrechner baut, die bei Zimmertemperatur funktionieren und deutlich preisgünstiger als die tiefgekühlten Suptraleit-Quantencomputer von IBM und anderen außereuropäischen Konzernen sind.
„Wirtschaftlich nutzbare Quantencomputing-Technologie“
„Diese Auszeichnung bestätigt unseren Weg, eine wirtschaftlich nutzbare Quantencomputing-Technologie zu entwickeln, die unser Verständnis von Datenverarbeitung in den kommenden Jahren grundlegend verändern kann“, kommentierte Saxonq-Mitgründer Marius Grundmann. „Dass wir das in Leipzig und Sachsen aufbauen konnten, verdanken wir der Nähe zu exzellenter Forschung, einer starken Förderlandschaft und einem leistungsfähigen Netzwerk in der Halbleitertechnologie. Das ist ein starkes Signal dafür, dass technologiegetriebene Gründungen aus der Region erfolgreich sein können.“

Mehrere Versuche auf einmal
Hintergrund: Quantencomputern kennen nicht nur Nullen und Einsen wie heutige Digitalrechner, sondern können in ihren „Qubits“ genannten Rechen-Speicher-Registern mehrere Lösungen für eine Matheaufgabe auf einmal „ausprobieren“. Dadurch können sie bestimmte Aufgaben viel schneller als heutige Computer lösen. Ihre Stärken liegen unter anderem darin, Sicherheits-Codes zu knacken, viele genetische Varianten schnell durchzurechnen und komplexe Systeme zu simulieren.
Die meisten Quantenrechner arbeiten tiefgekühlt
Viele Quantencomputer versetzen sich dafür in einen supraleitenden Tiefkühlzustand, in dem sie Strom widerstandslos leiten. Solche Rechner müssen gegen äußere Störungen und vor allem Wärme stark abgeschirmt werden, sind daher auch recht teuer.
Funktioniert auch bei Zimmertemperatur: Diamant-Fehlstellen als Qubits
Die Leipziger Uni-Professoren Marius Grundmann und Jan Meijer verfolgten jedoch einen anderen Weg: Sie erzeugen ihre Qubits in kleinen Fehlstellen in Diamantgittern, in denen Stickstoff-Atome stecken. Diese Methode funktioniert auch bei Zimmertemperatur und sind prinzipiell auch transportabel, also mobil einsetzbar. Auf dieser Basis gründeten die Forscher im Jahr 2021 ihre Firma „Saxonq“. Deren Quantencomputer sind laut Unternehmens-Angaben inzwischen beispielsweise beim „Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt“ (DLR) und im Dresdner Teil des Fraunhofer-Werkzeugmaschineninstituts IWU im Einsatz. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 20 Physiker und Informatiker.
Autor: hw
Quellen: Saxonq, SMWA, Oiger-Archiv, Wikipedia

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