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Quantencomputer-Hersteller „Saxonq“ mit Gründerpreis Sachsen ausgezeichnet

Der Saxonq-Quantencomputer (das eigentliche Herzstück ist rechts auf dem Tisch) beim Silicon-Saxony-Day 2022. Foto: Heiko Weckbrodt
Der Saxonq-Quantencomputer (das eigentliche Herzstück ist rechts auf dem Tisch) beim Silicon-Saxony-Day 2022. Foto: Heiko Weckbrodt

Leipziger Uni-Ausgründung baut Quantenrechner, die bei Zimmertemperatur funktionieren

Leipzig/Dresden, 30. Juni 2025. Der Leipziger Quantencomputer-Hersteller „Saxonq“ hat den sächsischen Gründerpreis 2025 gewonnen. Das haben das Wirtschaftsministerium in Dresden und das Unternehmen selbst mitgeteilt. Die Experten-Jury würdigte damit die technologisch taktgebende Pionierleistung der Leipziger Uni-Ausgründung, die Quantenrechner baut, die bei Zimmertemperatur funktionieren und deutlich preisgünstiger als die tiefgekühlten Suptraleit-Quantencomputer von IBM und anderen außereuropäischen Konzernen sind.

„Wirtschaftlich nutzbare Quantencomputing-Technologie“

„Diese Auszeichnung bestätigt unseren Weg, eine wirtschaftlich nutzbare Quantencomputing-Technologie zu entwickeln, die unser Verständnis von Datenverarbeitung in den kommenden Jahren grundlegend verändern kann“, kommentierte Saxonq-Mitgründer Marius Grundmann. „Dass wir das in Leipzig und Sachsen aufbauen konnten, verdanken wir der Nähe zu exzellenter Forschung, einer starken Förderlandschaft und einem leistungsfähigen Netzwerk in der Halbleitertechnologie. Das ist ein starkes Signal dafür, dass technologiegetriebene Gründungen aus der Region erfolgreich sein können.“

Gründerpreis-Verleihung (von links nach rechts): Futuresax-Chefin Susanne Stump sowie Frank Schlichting, Tobias Herzig und Jan Meijer von Saxonq sowie Wirtschafts-Staatssekretär Thomas Kralinski. Foto: Mio Motion GmbH via Saxonq
Gründerpreis-Verleihung (von links nach rechts): Futuresax-Chefin Susanne Stump sowie Frank Schlichting, Tobias Herzig und Jan Meijer von Saxonq sowie Wirtschafts-Staatssekretär Thomas Kralinski. Foto: Mio Motion GmbH via Saxonq

Mehrere Versuche auf einmal

Hintergrund: Quantencomputern kennen nicht nur Nullen und Einsen wie heutige Digitalrechner, sondern können in ihren „Qubits“ genannten Rechen-Speicher-Registern mehrere Lösungen für eine Matheaufgabe auf einmal „ausprobieren“. Dadurch können sie bestimmte Aufgaben viel schneller als heutige Computer lösen. Ihre Stärken liegen unter anderem darin, Sicherheits-Codes zu knacken, viele genetische Varianten schnell durchzurechnen und komplexe Systeme zu simulieren.

Die meisten Quantenrechner arbeiten tiefgekühlt

Viele Quantencomputer versetzen sich dafür in einen supraleitenden Tiefkühlzustand, in dem sie Strom widerstandslos leiten. Solche Rechner müssen gegen äußere Störungen und vor allem Wärme stark abgeschirmt werden, sind daher auch recht teuer.

Funktioniert auch bei Zimmertemperatur: Diamant-Fehlstellen als Qubits

Die Leipziger Uni-Professoren Marius Grundmann und Jan Meijer verfolgten jedoch einen anderen Weg: Sie erzeugen ihre Qubits in kleinen Fehlstellen in Diamantgittern, in denen Stickstoff-Atome stecken. Diese Methode funktioniert auch bei Zimmertemperatur und sind prinzipiell auch transportabel, also mobil einsetzbar. Auf dieser Basis gründeten die Forscher im Jahr 2021 ihre Firma „Saxonq“. Deren Quantencomputer sind laut Unternehmens-Angaben inzwischen beispielsweise beim „Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt“ (DLR) und im Dresdner Teil des Fraunhofer-Werkzeugmaschineninstituts IWU im Einsatz. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 20 Physiker und Informatiker.

Autor: hw

Quellen: Saxonq, SMWA, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger