Trendforce: Chipfoundries machen ein Zehntel mehr Umsatz – TSMC vorneweg
Nachfrage nach KI-Chips steigt, auch der US-Wirtschaftskrieg gegen China sorgt dort für einen Mikroelekteonik-Schub
Taipeh, 11. März 2025. Die starke Nachfrage für KI-Chips und Smartphones-Elektronik, aber auch indirekte Effekte des US-Wirtschaftskrieges gegen China bescheren den Chip-Auftragsfertigern (Foundries) weltweit kräftige Impulse: Im letzten Quartal 2024 sind die Umsätze der weltweit führenden Foundries um zehn Prozent gestiegen, informiert das taiwanesische Marktforschungsunternehmen „Trendforce“ aus Taipeh.
Zwei Drittel aller Foundry-Umsätze entfallen auf den Marktführer aus Taiwan
Als Platzhirsch beansprucht TSMC demnach weiter die Führerschaft in puncto Umsatz und Technologieniveau für sich und hat seinen Marktanteil sogar noch einmal ausgebaut: Über zwei Drittel der Umsätze der zehn führenden Foundries entfallen auf den Mikroelektronik-Konzern aus Taiwan, der derzeit auch international massiv neue Fabriken baut – vor allem in den USA, aber auch in Dresden in Europa. Das liegt auch daran, dass fabriklose („fabless“) Technologieunternehmen wie Nvidia oder Apple einen hohen Bedarf an Chips der höchsten Integrationsstufe haben. Durch den weltweiten Hype um „Künstliche Intelligenz“ (KI) gibt es insbesondere einen starke Nachfrage für KI-Beschleunigern. Die wiederum brauchen fortgeschrittene technologische Chiptechnologien, wie sie nur Spitzenreiter wie eben TSMC oder Samsung beherrschen.
Ältere Chips weniger gefragt
Dagegen sind die Auftragsbücher für Foundries mit älteren, einfacheren Chipfabriken nicht mehr ganz so stark gefüllt. Die Nachfrage nach „ausgereiften“ Schaltkreis-Technologien hingegen lasse nach, berichten die „Trendforce“-Analysten. Von daher ist der Foundry-Markt derzeit von teils recht widersprüchlichen Trends geprägt.
Chinas Halbleiter-Schmiede SMIC wächst – und ist jetzt weltweit drittgrößte Foundry
Dazu gehören auch die politischen Einflüsse: „Die neuen US-Handelszölle der Trump-Administration haben begonnen, die Foundry-Branche zu beeinflussen“, betonen die Marktbeobachter. So habe China, das Donald Trump derzeit mit Abwehrzöllen und Embargos überzieht, Ende 2024 ein Verbraucher-Subventionsprogramm aufgelegt, das bei den Herstellern von Konsumgütern dafür sorgt, dass die frühzeitig ihre Lagerbestände an Chips auffüllen.
Je mehr Trump & Co. versuchen, Chinas Aufstieg aufzuhalten, desto mehr holen die Chinesen auf
Dies ist im Übrigen schon seit längerem eine Folge des US-Wirtschaftskrieges gegen China, der bereits in Trumps erster Amtszeit begann und unter seinem Nachfolger und Kontrahenten Joe Biden fortgesetzt wurde: Je mehr die US-Regierung versucht, Chinas aufstrebende Hochtechnologie-Industrie durch Embargos in die Knie zu zwingen, umso mehr forciert die chinesischen Halbleiterindustrie ihren technologischen Aufholkurs, desto mehr füllen die Chinesen ihre Lager auf Vorrat – und einheimische Foundries wie SMIC sind auf Wachstumskurs. So stieg im vierten Quartal 2024 „der Umsatz von SMIC um 1,7 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar, was einen Marktanteil von 5,5 % und den dritten Platz mit sich brachte“, so Trendforce.
Auf den Plätzen 4 und 5 folgen dann übrigens UMC aus Taiwan und der US-Auftragsfertiger Globalfoundries, der wiederum in Dresden nun unmittelbarer Nachbar von Konkurrent TSMC wird. Die größte europäische Foundry, die X-Fab aus Erfurt, taucht in der Top10 gar nicht erst auf.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Trendforce, Oiger-Archiv, Wikipedia

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