Sachsen erleichtert Doktorgrad an wirtschaftsnahen Hochschulen

Landesrektorenkonferenz Sachsen legt Kriterienkatalog vor
Dresden, 9. Dezember 2024. Für ambitionierte Akademiker wird es künftig leichter, in Sachsen einen Doktortitel in Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) zu erringen, also auch jenseits der Unis. Das geht aus einer Mitteilung der Landesrektorenkonferenz Sachsen hervor.
Fähige Professoren an Fachhochschulen können Promotionsrecht per Kooptation bekommen
Demnach war es für HAW-Studenten bisher nur möglich, an ihrer Hochschule zu promovieren, wenn mindestens ein Uni-Professor unter den Doktorvätern war. Das neue sächsische Hochschulgesetz hat inzwischen die Möglichkeit geschaffen, dass Unis auch besonders anerkannte HAW-Professoren, die bestimmte Kriterien erfüllen, in den Kreis möglicher Doktorväter aufnehmen, sie also „kooptieren.“ „Voraussetzung dafür ist, dass HAW-Professoren hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Forschungsleistungen Universitäts-Professoren gleichgestellt sind“, betonte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). Nun hat die Landesrektorenkonferenz zusammen mit dem Wissenschaftsministerium einen Kriterienkatalog fertiggestellt, nach dem diese HAW-Professoren ausgesucht werden.
„Sachsen hat sich bewusst für einen eigenen Weg in der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Bereich der Promotionen entschieden“, würdigte Prof. Klaus-Dieter Barbknecht, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Sachsen, diesen Schritt. „Unsere HAW verfügen über eine ausgezeichnete Expertise und bieten wertvolle Perspektiven, die im Rahmen der Promotionsverfahren der Universitäten stärker berücksichtigt werden müssen.“
Fachhochschulen in Sachsen haben lange Traditionen
Sachsen hat fünf Fachhochschulen, die als Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) gelten. Dabei handelt es sich um die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, die Hochschule Mittweida, die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) und die Hochschule Zittau/Görlitz. Sie sind teils aus früheren Fachhochschulen und Ingenieurschulen der DDR hervorgegangen. Inzwischen haben sie sich zum Transferverbund „Saxony5“ zusammen getan. In Sachsen haben diese Fachhochschulen einen vergleichsweise hohen Stellenwert und lange Traditionen.
Quelle: Landesrektorenkonferenz Sachsen, Landesregierung

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