Eigener Internet-Knoten „DD-IX“ für Dresdens Datenhunger

Weil Wirtschaft und Wissenschaft schnelleren und ausfallsicheren Datenverkehr brauchen, ist ein neuer „Internet Exchange Point“ entstanden
Dresden, 13. November 2024. Angesichts des wachsenden Datenverkehrs von Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgerschaft bekommt Dresden einen eigenen Internet-Knoten. Der Betreiberverein „DD-IX Dresden Internet Exchange“ will laut eigenen Angaben seinen „Internet Exchange Point“ (IXP) Ende November 2024 offiziell einweihen.
Nicht-kommerzielle Plattform soll auch Latenzen mindern
Es handele sich um den „ersten öffentlichen Internet-Austauschpunkt“ in der sächsischen Landeshauptstadt, informiert „DD-IX“-Mitgründer Tassilo Tanneberger. Der Knoten unterstützte den schnellen und verzögerungs-armen lokalen Datenaustausch zwischen hiesigen Internetdienst-Anbietern wie IBH, Sachsengigabit oder DSI und anderen Netzen, heißt es vom Verein. Zudem soll diese nicht-kommerzielle Plattform den lokalen und regionalen Internetverkehr in Dresden und Sachsen ausfallsicherer machen, was gerade auch für viele Unternehmen und Institute wichtig ist.

Initiative ging von Sachsens Nachwende-Internetpionier Thomas Horn aus
Die Initiative für den lokalen Netzwerkknoten ging von Thomas Horn aus, der 1994 mit seinem Ingenieurbüro IBH den ersten sächsischen Internetprovider gegründet hatte. Aus diesem 2005 geborenen Konzept heraus gründeten internetaffine Enthusiasten im Herbst 2023 den „DD-IX“-Verein, um solch einen Knoten zum Laufen zu bringen. „Die Idee eines lokalen Internet-Austauschpunktes war, dass aus Sicherheitsgründen der Dresdener Traffic auch in Dresden bleiben sollte und nicht erst einmal um die halbe Welt gehen soll“, heißt es in einem Blog-Eintrag des Vereins. Hintergrund dafür war letztlich auch der Bedarf der wachsenden Halbleiterindustrie, der Softwarebranche, von unternehmensnahen Dienstleistern, Touristikbetrieben, aber auch anderen Akteuren an schnellen, verzögerungs- und ausfallarmen Datentransfers per Internet, die zudem die ambitionierten europäischen Datenschutz-Regeln einhalten.
Unterstützung vom Akademikern
Rückhalt bekam die DD-IX-Initiative zudem auch aus der akademischen Szene. Ein Grund: Die Exzellenz-Uni, aber auch viele Hochschulen und außeruniversitäre Forschungsinstitute im Raum Dresden fokussieren sich auf die Analyse großer Datenströme („Big Data“) und „Künstliche Intelligenz“, brauchen für zahlreiche Experimente auch gute Internetverbindungen, außerdem gelten Akademiker seit jeher als Vorreiter für Digitalisierung und Internettechnologien. Auch der Freistaat Sachsen sympathisiert mit dem Knoten-Konzept. Die breite Unterstützung lässt sich auch aus der Rednerliste zur offiziellen Einweihung – tatsächlich arbeitet der DD-IX bereits seit einiger Zeit – ablesen: Als Referenten haben der sächsische Digital-Staatssekretär Thomas Popp, Netzwerk-Professor Matthias Wählisch von der TU Dresden, der amerikanische Internetpionier Vint Cerf, Geschäftsführer Thomas Eibeck von der Sachsenenergie-Tochter „Sachsengigabit“ und andere Protagonisten zugesagt.
Einen weiteren sächsischen – allerdings kommerziellen – IXP gibt es in Leipzig. Der größte deutsche Internetknoten von internationaler Bedeutung befindet sich in Frankfurt am Main.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: DD-IX, Wikipedia, Oiger-Archiv

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