Blockchain zwischen Praxiseinsatz und Spekulation

1000 Experten debattieren in Mittweida neue Trends für geblockte Digital-Ketten
Mittweida, 29. August 2024. Wie lässt sich ein Wasserstoff-Markt mit Blockchain-Technologien aufbauen? Lassen sich durch solche verschlüsselten und verschränkten Datenketten vielleicht doch noch ein datenschutz-genehmes elektronisches Fern-Wahlsystem selbst in Deutschland etablieren? Wie helfen digitale Wertsymbole bei der Mitarbeiter-Bindung? Entscheiden sich Künstliche Intelligenzen künftig bevorzugt für diese Absicherungstechnik? Über diese und weitere Trends in der Blockchain-Szene wollen sich rund 1000 Forscher, Banker, Unternehmer und andere Experten während einer Herbstschul-Tagung in Mittweida austauschen.

Forscher, Gründer und Beeinflusser eingeladen
Zur „Blockchain Autumn School 2024“ vom 9. bis 13. September 2024 haben die Organisatoren vom „Blockchain Competence Center Mittweida“ (BCCM) insgesamt 45 Fachvorträge, Kurz-Kurse und Diskussionsrunden geplant. Zu den Referenten gehören Prof. Jens Strüker vom Fraunhofer-Blockchain-Labor, der sächsische Blochchain-Seriengründer Christoph Jentzsch und der Blockchain-Beeinflusser Roman Reher.

Blockchain-Zentrum Mittweida sieht sich als regionaler und internationaler Innovationsmotor
Mittweida unterstreicht mit dieser „Herbstschule“ sein Selbstverständnis als ein führender Blockchain-Standort in Deutschland. „Als Teil der Hochschule Mittweida hat sich das BCCM nicht nur als regionaler Innovationsmotor etabliert, sondern auch als national und international führendes Zentrum für Blockchain-Technologie und verteilte Systeme“, schätzt BCCM-Forscher Dr. Volker Wannack ein. Dabei sei das Blockchain-Zentrum gleichermaßen international wie auch regional mit 133 Partnern vernetzt. „Die Implementierung von Blockchain-Lösungen in lokalen Projekten sorgt nicht nur für technologische Fortschritte, sondern stärkt auch die wirtschaftliche Basis der Region und schafft neue Arbeitsplätze“, betont Dr. Wannack.
Was ist eine „Blockchain“?
In der mittelsächsischen Stadt beschäftigen sich unter andere die Hochschule Mittweida und deren BCCM, der Verbund „Blockchain-Schaufensterregion Mittweida“, die regionale Volksbank, die Firmen Corpus.ventures, Slock.it, Tokenize.it sowie andere Einrichtungen mit der Blockchain-Technik. Letztere basiert auf der Idee, digitale Daten-Blöcke so aufeinander aufzubauen und zu verketten, dass daraus geblockte und verschlüsselte Ketten entstehen, die sich nur extrem schwer manipulieren lassen. Die einzelnen Datenblöcke repräsentieren dabei meist virtuelle Werte oder digitale Repräsentanten klassischer Wert-Anlagen. Das kann zum Beispiel eine Krypotwährung wie „Bitcoin“, ein Kunstobjekt, ein Unternehmens-Anteil, eine exportierte Ware oder ganz andere Objekte sein.

Die Blockchain-Technologie war zwar etwas durch die heftigen Kurschwankungen der hochspekulativen Krypto-Währungen etwas in Verruf geraten. Zudem gibt es Befürchtungen, dass künftige Quantencomputer die Absicherungstechniken von Blockchains vielleicht doch knacken können. Im Grundsatz handelt es sich aber um einen ernstzunehmenden Ansatz, um komplette digitale Wertschöpfungsketten ohne jeden analogen Bruch aufzubauen. Diese Technologie kann insofern allerlei Chancen, sichere elektronische Behördengänge und neue Geschäftsmodelle für Wirtschaft wie Gesellschaft eröffnen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: BCCM, Dr. Volker Wannack, Wikipedia, Oiger-Archiv

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