Hauswände sollen Sonnenenergie als Wärme und Strom sammeln

Sunmaxx und GES arbeiten an Fassaden-Anlagen, die Photovolatik und Solarthermie kombinieren
Ottendorf-Okrilla/Korbußen, 25. August 2024. Hausfassaden sollen künftig mit Sonnenenergie Häuser heizen, aber auch mit Strom versorgen. Um dies praktisch zu lösen, haben sich zwei mitteldeutsche Solarunternehmen zusammengetan: Sunmaxx PVT aus Ottendorf-Okrilla bei Dresden und „GES Gebäude- und Energiesysteme“ Korbußen bei Gera wollen gemeinsam Kombi-Module für Photovoltaik und Solarthermie (PVT) samt Halterungen entwickeln. Die sollen sich leicht an Gebäudewänden installieren lassen und sowohl thermische wie auch elektrische Energie bereitstellen. Das hat Sunmaxx angekündigt.
Sachsen und Thüringer wollen gemeinsam neuen Markt beackern
Dies eröffne die Chance, dass sächsische und thüringische Solarunternehmen gemeinsam in einen neuen Markt vordringen, schätzten die GES-Chefs Joachim Höhne und Hans-Uwe Florstedt ein: „Wir sehen in dem PVT-System mit kombinierter Strom- und Wärmeerzeugung im Anwendungsbereich Fassade ein hohes Potenzial.“ Damit lasse sich eine Marktlücke für PVT-Anlagen an Fassaden schließen, ergänzt Sunmaxx-Chef Wilhelm Stein.
Hintergrund: Zwar gibt es bereits Solarstrom-Module für Hauswände, aber so recht durchsetzen könnte sich dieses Konzept bisher nicht in großer Breite. Das liegt unter anderem an der vielerorts eher schwachen Ausbeute senkrechter Module. Hinzu kommen die statischen Problemen, die mit den schweren Silizium-Modulen verbunden sind. Dieses Problem will unter anderem die Dresdner TU-Ausgründung Heliatek durch biegsame und leichte Solarfolien lösen, aber auch hier steht der große Durchbruch noch aus. All diese Herausforderungen gelten ähnlich auch für Solarthermie-Anlagen, die im Regelfall noch schwerer sind. Sunmaxx und GES wollen nun beide Technologien an Hauswänden kombinieren, um die Gesamt-Energieausbeute von Fassaden-Anlagen zu verbessern und gleichzeitig eine sichere Installationslösung zu finden.
Solarthermie-Anlagen brauchen Wärmetauscher, Rohre – und eine Unterkonstruktion
Generell steige die Nachfrage für photovoltaisch-thermische Modulen an Fassaden sogar rasant an, schätzen die Sachsen ein. „Doch aufgrund der steilen Anbringung stellen sie eine besondere Herausforderung dar. Bislang gab es hier keine Lösung. Denn PVT-Module sind, anders als herkömmliche PV-Module, auf der Rückseite mit einem Wärmetauscher ausgestattet. Daher ist zur Installation eine spezielle Unterkonstruktion inklusive Verrohrung erforderlich.“ Daher wollen nun beide Betriebe ihre jeweiligen Expertisen kombinieren.
Insbesondere Sunmaxx hofft auf neue Anwendungen und Kunden für seine selbstentwickelten PVT-Module, die inzwischen in einer neuen Fabrik in Ottendorf-Okrilla hergestellt werden. „Gleichzeitig stellt die Zusammenarbeit der thüringischen beziehungsweise sächsischen Unternehmen eine Chance für den Solar- und Wirtschaftsstandort Ostdeutschland dar“, heißt es von Sunmaxx
GES ist auch auf Fassaden und Denkmalschutz-Lösungen geeicht
Die GES wiederum ist laut eigenen Angaben „einer der ältesten Solarmodulproduzenten am Markt“. Das 1992 gegründete Unternehmen ist auf Solaranlagen „in Fassaden und Dächern moderner Gebäude sowie denkmalgeschützten Bauten und kulturhistorischen Bauwerken“ spezialisiert. Dabei steht nicht die Modul-Massenproduktion für große Solarkraftwerke im Fokus, sondern eher maßgeschneidert produzierte Solarmodule, deren Geometrie oft an konkreten Kundenauftrag anzupassen ist.
Autor: hw
Quellen: Sunmaxx, GES

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