TU Dresden bleibt deutscher Spitzenreiter bei Patenten
IW-Studie: Hochschulen in Sachsen und Thüringen sind im Bundesvergleich am Patent-stärksten
Dresden/Köln, 20. August 2024. Sachsen und Thüringen haben – umgerechnet auf ihre jeweilige Größe – die Patent-stärksten Unis und Hochschulen in Deutschland: Sie kommen im Schnitt auf 5,1 Patentanmeldungen pro 1000 Studenten und erreichen damit eine mehr als doppelt so hohe Patentdichte wie der Bundesdurchschnitt, der bei zwei Patentanmeldungen je 1000 Studenten liegt. Das geht aus einer bundesweiten Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hervor.
„Patente sind ein Zeichen für Fortschritt und Erfindergeist“
Auch in absoluten Zahlen ragt eine sächsische Hochschule heraus: „Patente sind ein Zeichen für vielversprechende Ideen, für neue Technologie, für Fortschritt und Erfindergeist“, betonten die Studienautoren. „Keine Hochschule punktet hier so stark wie die Technische Universität Dresden.“ Die Dresdner Uni habe damit ihren ersten Platz aus dem Vorjahr verteidigt.

Demnach meldeten 165 deutsche Hochschulen zwischen 2017 und 2021 rund 4380 Patente an – und davon entfielen 285 auf den Spitzenreiter TU Dresden. Auf den zweiten Platz kam die TU München mit 241 Patenten, auf Platz drei folgt die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen mit 223 Anmeldungen. Ein Neuzugang in der Top-15 ist übrigens die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, welche die Universität Rostock verdrängt hat.
Außeruniversitärer Rückhalt, Chipindustrie und Wisstech-Tradition als Erfolgsfaktoren in Dresden
Dass sich die TU Dresden so weit vorne platziert hat, dürfte auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein: Einerseits hat Dresden eine lange Tradition der wissenschaftlich-technischen Forschung, die bis in die frühe Neuzeit und zur merkantilistischen Politik der sächsischen Kurfürsten zurückreicht. Anderseits hat die sächsische Landeshauptstadt ihren Status als wichtiger Mikroelektronik-Standort ausgebaut: Die Vielzahl der Chipfabriken und anderen Technologiebetriebe in und um Dresden sorgt auch für hochwertige Forschungsaufträge und Zuwendungen an die TU. Die wiederum ist umgeben von einer deutschlandweit einzigartigen Gemeinschaft außeruniversitärer Institute von Fraunhofer über Leibniz und Max Planck, Helmholtz und Zuse, die wiederum gemeinsam mit dem Freistaat den Aufstieg der Dresdner TU zur einzigen ostdeutschen Exzellenzuniversität aktiv befördert haben.
Internationalisierung hilft: Jedes 5. Patent melden ausländische Forscher an
Nicht zuletzt hat auch der Internationalisierungs-Kurs seit der Wende die Forschungskraft der TUD vorangebracht: Waren vor der Wende die allermeisten Wissenschaftler DDR-Bürger, sind heute die USA, China, die Ukraine und Russland und viele andere forschungsstarke Nationen hier vertreten.
Studienautor: Forschungsleistung ausländischer Erfinder ist stark gestiegen
Dieser Trend gilt im Übrigen nicht nur für den Patent-Spitzenreiter in Dresden: Auffällig sei der hohe Anteil an Patentanmeldungen von Forscherinnen und Forschern mit ausländischen Wurzeln, der im Durchschnitt bei 19,3 Prozent liege, heißt es in einer IW-Mitteilung zur Studie. „Vor allem die Forschungsleistung von Erfinderinnen und Erfindern mit ausländischen Wurzeln ist in den letzten Jahren stark gestiegen“, schätzt IW-Studienautor Oliver Koppel ein. „International vernetzte Hochschulen und Weltoffenheit der Regionen sind besonders wichtig, um die Innovationskraft in Deutschland auch in Zukunft zu sichern.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: IW, Oiger-Archiv, Wikipedia

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