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Mini-Wärmepumpe kommt in die Hausfassade

Das ILK in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt
Das ILK in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner Kälteinstitut ILK entwickelt besonders kleines Energiesystem, das jeweils ein Zimmer heizt oder kühlt

Dresden, 15. Juli 2024. Damit die Energieversorgungs-Systeme in Wohnhäusern nicht mehr soviel Platz wegnehmen, hat das Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) Dresden gemeinsam mit Wirtschaftspartnern eine Klein-Wärmepumpe entwickelt, die sich direkt in die Hausfassade einbauen lässt. Das geht aus dem ILK-Jahresbericht 2023 hervor.

Kilowatt-System wird in die Wand unter das Fenster integriert

Das Mini-„Kraftwerk“ ist laut den Entwicklern für ein Kilowatt Heizleistung und 800 Watt Kühlleistung ausgelegt. „Mit der neuartigen Kleinwärmepumpe können bis zu 30 m² große Räume, die eine Gebäudeaußenwand haben, energiesparend beheizt oder maßvoll gekühlt werden“, schätzt Projektleiter Andreas Tzscheutschler ein. „Weiterhin können mehrere Kleinwärmepumpen vernetzt betrieben werden, so dass eine zentrale Heizung komplett ersetzt werden kann.“ Als Kühlmittel haben die Ingenieure das relativ umweltfreundliche Propan verwendet. Integriert haben sie das System beispielhaft in Hauswände direkt unter Fenstern.

Wärmepumpen-Hersteller und Fassadenbauer an Bord

Die Klein-Wärmepumpe ist ein gemeinsames Projekt des ILK gemeinsam mit dem Wärmepumpenhersteller „Ratiotherm“ und dem Fassadenbauer „Moser“. Die Ingenieure wollen das System in einem zweiten Schritt nun leiser machen und die eingesetzten Wärmetauscher verbessern, damit die Mini-Wärmepumpe billiger wird und bessere Marktchancen hat.

Das ILK Dresden – nicht zu verwechseln mit dem genauso abgekürzten Dresdner Leichtbau-Institut der TU Dresden – ist ein privatwirtschaftliche Forschungseinrichtung, die sich auf industrienahe kälte-, klima- und energietechnische Entwicklungen spezialisiert hat. Zu den neueren Projekten zählen unter anderem Flüssigeis-Heizungen, die ihre Energie aus Seen oder Flüssen ziehen, sowie große Vakuum-Kältekammern, die für Satellitenhersteller den Weltraum simulieren. Das Institut beschäftigt derzeit rund 150 Menschen.

Autor: Oiger

Quelle: ILK Dresden

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger