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Forscher wollen Cyberschäden messbar machen

Foto/Montage: hw
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Bundesagentur in Halle möchte ganzheitlichen Blick auf Cyberkriminalität schärfen

Halle, 28. Juni 2024. Wie lassen sich die materiellen und ideellen Schäden von Hacker-Angriffen und anderer Cyberkriminalität ganzheitlich erfassen? Diese Frage geht die Bundes-Cyberagentur aus Halle im Forschungsprojekt „Schäden durch Cyberkriminalität“ nach. Ein Kernziel sei dabei, ein innovatives Modell zu entwickeln, „das Metriken und Methodiken kombiniert, um sowohl materielle als auch immaterielle Schäden durch Cyberkriminalität zu erfassen“.

Finanzielle Verluste, aber auch Rufschaden

„Die komplexe Natur des Schadensbildes, von finanziellen Verlusten bis hin zu psychologischen Auswirkungen, erfordert einen innovativen Ansatz zur umfänglichen Erfassung und Bewertung aller durch Cyberkriminalität anfallenden Auswirkungen“, heißt es aus der Cyberagentur. „Uns fehlt derzeit die Datengrundlage, um Schäden durch Cyberkriminalität ganzheitlich materiell wie immateriell, kurz-, mittel- und langfristig zu erfassen“, erläutert Projektleiterin Dr. Nicole Selzer, die in der Cyberagentur das Referat „Cyberresiliente Gesellschaft“ leitet. „Alles, was wir nicht präzise einschätzen können, birgt die Gefahr der Über- oder Unterschätzung und damit die Gefahr, Ressourcen nicht an der richtigen Stelle einzusetzen.“

148 Milliarden Euro Schäden durch Cyberangriffe – pro Jahr

Pro Jahr entstehen laut Bitkom-Angaben der deutschen Wirtschaft 206 Milliarden Euro Schaden durch Diebstahl von IT-Ausrüstung und Daten sowie digitale und analoge Industriespionage und Sabotage, rund drei Viertel (72 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland sind davon betroffen. Inzwischen entfallen davon 148 Milliarden Euro, also 72 Prozent, auf reine Cyberangriffe, berichtete Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Cyberpolizisten gehen davon aus, dass viele digitale Angriffe auf Unternehmen gar nicht gemeldet werden, weil die Betriebe einen Rufschaden fürchten, vor allem bei ihren Kunden. Aber auch von Cyberkriminellen ausgebeutete Privatleute melden aus Scham viele Vorfälle gar nicht. Von daher dürfte zu den offiziellen Statistiken noch eine erhebliche Dunkelziffer hinzukommen.

Wer sich am Forschungsprojekt beteiligen will, kann sich hier im Netz über die Ausschreibung informieren.

Autor: Oiger

Quellen: Agentur für Innovation in der Cybersicherheit, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger