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„Quarks“ will Quantentech in Schulen und Wirtschaft tragen

Mit Quarks-Kursen wollen Forscher aus Sachsen und Bayern die Perspektiven der Quantentechnologien bekannt machen. KI-generierte Animation von Angela Müller via TUD

Mit Quarks-Kursen wollen Forscher aus Sachsen und Bayern die Perspektiven der Quantentechnologien bekannt machen.
KI-generierte Animation von Angela Müller via TUD

4,5 Millionen Euro für Hightech-Bildungsprojekt des Ceti Dresden

Dresden, 20. Juni 2024. Um Schüler, Unternehmer und Facharbeiter aus der Praxis für Quantencomputer, Quantenkommunikation und verwandte Zukunftstechnologien zu begeistern, startet das Forschungszentrum „Ceti“ der TU Dresden das Bildungsprojekt „Quarks“. Gemeinsam mit der Leipziger Quantenchip-Firma „Xeeq“, der TU München und weiteren Partnern will das Team um Prof. Frank Fitzek die Segnungen der Quantentechnologien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt diese Unterfangen mit 4,5 Millionen Euro, teilt die TU Dresden mit.

Ceti-Sprecher: Quantenressourcen sind für Kommunikation, Fortschritt und Wirtschaftswachstum von zentraler Bedeutung

„Quantenressourcen und ihre technologischen Implementierungen sind für die künftige Kommunikation, den sozialen Fortschritt und das Wirtschaftswachstum von zentraler Bedeutung“, streicht Professor Fitzek die besondere gesellschaftliche Bedeutung von Quantentechnologien heraus. „Sie werden die Sicherheit im Allgemeinen verbessern, die Verzögerung zum Beispiel bei der Interaktion mit Robotern und den Energieverbrauch für zukünftige Dienste wie Interaktionen im Metaverse drastisch verringern.“

Qubit-Experimente, Schülerprojekte und Quantennetze

Um diese und andere künftige Quantentech-Einsatzmöglichkeiten zu veranschaulichen, planen die Quarks-Partner unter anderem Experimente über Qubits, Programmierübungen zur Quantenüberlagerung, Innovationstage in Industriefirmen, Schulprojekte und Technologiedemonstratoren. Besondere Experimente mit Quantenkommunikations-Netzen sollen Schülern und Facharbeitern in Dresden und München angeboten werden, da dort einerseits Projektpartner präsent sind, anderseits auch derzeit auch Quantennetze geknüpft werden. „Damit soll dem Fachkräftemangel im Bereich der Quantenkommunikation entgegengewirkt werden“, betont die Uni Dresden.

Sachsen will Quanten-Pionier werden

Hintergrund: Sachsen will in ausgewählten Hochtechnologien, die sich gut an die Mikroelektronik im Freistaat andocken lassen, Spitzenpositionen aufbauen. Dazu gehören neben Künstlicher Intelligenz, Robotik und Medizintechnik unter anderem auch die Quantentechnologien. Eine gewisses Basis dafür ist bereits bereits vorhanden. So verfügt das Fraunhofer-Teilinstitut EAS in Dresden über eines der ersten Quantenkommunikationsnetze in Deutschland und will diese demnächst mit Quantennetzen zum Beispiel in München verknüpfen. Auch arbeiten Infineon, Globalfoundries, das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS und andere Akteure in Dresden an der Entwicklung von Quantenprozessoren, -systemen und -umfeldelektronik mit. Außerdem forschen die TU Dresden, das „Max-Planck-Institut für chemische Physik fester Stoffe“, das „Center Nanoelectronic Technologies“ (CNT) und weitere Dresdner Einrichtungen an Quantencomputern, -sensoren und -kommunikation sowie Kryotechnik und anderer Infrastruktur-Technik für Quantentech-Geräte.

Leipziger Firmen Saxonq und Xeedq arbeiten an Quantenchips und -computern

Und mit den jungen Unternehmen Saxonq und Xeedq gibt es in Leipzig zwei Hersteller von Quantencomputern beziehungsweise -chips. Dabei ist Saxonq auf Quantenrechner spezialisiert, die auf Stickstoff-Fehlstellen in Diamant basieren. In der 2021 gegründeten Firma „Xeedq“ wiederum arbeitet ein Team um Dr. Gopi Balasubramanian am mobilen Quantenprozessor „XQ1“. Von der Quantencomputing-Initiative des „Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt“ (DLR) haben die Leipziger 30 Millionen Euro bekommen, um „eine skalierbare Quantencomputertechnologie zu entwickeln, die bis 2026 einen fehlertoleranten 32-Qubit-Quantencomputer liefern könnte“.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: TUD, Oiger-Archiv, Xeedq, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt