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„Smart Systems Hub“ für betriebsübergreifende KI-Testlabore in Sachsen

Robotik-Station im Ceti Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Blick auf eine Robotik-Station im Exzellenzzentrum Ceti Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Hub-Chef: Szene rund um „Künstliche Intelligenz“ wächst, doch Raum zum Ausprobieren fehlt

Dresden, 24. Mai 2024. Die wachsende Wirtschaft und Forschung rund um „Künstliche Intelligenz“ (KI) in Sachsen braucht mehr praxisnahe Testplattformen und -labore, um den KI-Einsatz in den Betrieben zu beschleunigen. Das hat Michael Kaiser vom Dresdner Technologie-Vermittler „Smart Systems Hub“ auf Oiger-Anfrage eingeschätzt. Er reagierte damit auf Vorschläge der sächsischen Wirtschafts-Staatssekretärin Ines Fröhlich (SPD), eine Art „KI-Hub“ als gemeinsame Innovationsplattform im Freistaat zu etablieren – womöglich unter dem Dach des „Smart Systems Hubs“.

Michael Kaiser vom "Smart Systems Hub" in Dresden sieht durch die Kooperation vieler Partner in "Digital Product Factories" ganz neue KI-Konzepte und -Geschäftsmodelle wachsen. Foto: Heiko Weckbrodt

Michael Kaiser vom „Smart Systems Hub“ in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

„Testbeds“ sollen Unternehmen niederschwelligen Zugang zu KI-Einsatz eröffnen

„Wir haben bereits im Freistaat Sachsen eine ausgeprägte und wachsende Landschaft an KI-Akteuren im Forschungs- und Wirtschaftsbereich und darüber hinaus zahlreiche Netzwerke und Initiativen, die verschiedenste KI-Akteure und KI-Interessierte verbinden“, betonte Hub-Chef Kaiser. „Jedoch besteht noch mehr Potential an konkreten Testbeds– und Realdemonstratorumgebungen.“ Diese sollten „niederschwellig für interessierte Unternehmen zugänglich“ sein und sollten auch betriebsübergreifende Ko-Innovationen im KI-Sektor ermöglichen.

Campusnetz-Box von Campusgenius im IoT-Labor vom Smart Systems Hub. Foto: Heiko Weckbrodt

Blick ins IoT-Labor vom Smart Systems Hub. Foto: Heiko Weckbrodt

Ausprobier-Labor fürs „Internet der Dinge“ eingerichtet

Kaiser denkt dabei offensichtlich auch an das Labor, das sein Hub an der Dresdner Antonstraße installiert hat. Das nämlich ist mit Roboterarmen, Netzwerk-Adaptern und allerlei anderer moderner Technik rund um das Thema „Internet der Dinge“ (IoT) ausgerüstet hat, damit Unternehmen, Institute und Tüftler dort auf kurzem Wege neue Produktkonzepte oder Technologie-Ansätze auf die praktische Machbarkeit hin ausprobieren und gemeinsame Entwicklungsprojekte vorantreiben können. Zudem organisiert das Hub-Team gemeinsam mit Partnern aus der sächsischen Wirtschaft und anderen Akteuren regelmäßig sogenannte „Thingkathons“ und virtuelle Produktfabriken für unternehmensübergreifende IoT-Entwicklungsvorhaben. Ähnliches wäre wohl auch für den von Fröhlich vorgeschlagenen KI-Hub denkbar.

„Neben der Technologie und methodischen Begleitung bedarf es auch noch die Bereitstellung des passenden rechtlichen, organisatorischen, kaufmännischen Rahmens, um dann auch schnell in die gemeinsame Arbeit, zu Co-Innovationen, zu kommen“, meint Kaiser. All dies zu organisieren, dafür könne sein Hub „ein wichtiger, zentraler Akteur sein. Wir sind dazu aktuell im Austausch mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen aus Sachsen“.

Knapp 200 KI-Akteure in Sachsen aktiv

Hintergrund: In Sachsen gibt es eine wachsende, teils aber eher zersplitterte KI-Szene. Laut einer vom Freistaat beauftragten Studie sind in Sachsen knapp 200 KI-Unternehmen aktiv, 43 Prozent davon in Dresden. Zudem bieten acht Hochschulen und Universitäten insgesamt 48 Studiengänge mit KI-Inhalten an, allerdings keine speziellen KI-Studiengänge. Während einer Branchentour im Raum Dresden hatte Staatssekretärin Fröhlich unter anderem auch den Bedarf für eine stärkere Vernetzung der KI-Akteure in Sachsen gesehen – und dafür den Smart Systems Hub ins Spiel gebracht.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Smart Systems Hub, Oiger-Archiv Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt