DigitalisierungNewszAufi

Dresdner Informatiker bauen Datentreuhandstelle für Sachsen auf

Die Kombination zum Tresor würde auch keiner anderen zeigen. Doch bem Online-Banking lassen sich viele Deutsche über die Schulter schauen. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt
Die Treuhandstelle in Sachsen soll digitale Forschungsinformationen datenschutzkonform verwalten, verknüpfen und teilen. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

TU will mit dem Projekt „DDtrust“ das datenschutz-konforme Datenteilen fördern

Dresden, 16. März 2022. Die TU Dresden konzipiert derzeit eine „Datentreuhandstelle“ für den Wissenschafts- und Wirtschaftsraum Sachsen und wird diese Institution anschließend auch aufbauen. Das hat die auf Supercomputertechnologien spezialisierte Gauß-Allianz in Berlin angekündigt.

Verknüpfung pseudonymisierter Daten möglich

Die neue Treuhandstelle soll beispielsweise den Schutz von Persönlichkeits- und Urheberrechten sicherstellen, wenn verschiedene Institute untereinander Daten austauschen oder wenn die sächsischen Universitäten sowie Privatbetriebe wissenschaftliche gemeinsam an datenbasierten Forschungsprojekten arbeiten. Als Fundament dient eine bereits existierende Treuhandstelle der medizinischen Fakultät. Diese „Unabhängige Treuhandstelle“ der Mediziner ist eine rechtlich, personell und räumlich unabhängige Einrichtung der TU Dresden. Sie trennt zum Beispiel bei medizinischen Forschungsprojekten personenidentifizierende von wissenschaftlich relevanten Informationen. Da sie diese Datensätze verwaltet, kann sie für Wissenschaftler auch verschiedene pseudonymisierte medizinische Daten zu einer Person aus unterschiedlichen Quellen verknüpfen, ohne dass die Identität des Patienten preisgegeben wird.

Pilotprojekte docken an Medizin-Treuhand an

Nach und nach sollen an diese Stelle nun weitere Treuhand-Pilotprojekte aus der Psychologie, dem Ingenieurwesen, den Geisteswissenschaften und der Wirtschaft andocken. Die Federführung für das „DDtrust“ genannte Projekt übernimmt das „Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen“ (ZIH) der TU Dresden.

Letztlich zielen die Projektpartner darauf, ein Netz von Daten-Treuhandstellen in ganz Deutschland zu knüpfen. Denn die positiven wie negativen Erfahrungen beispielsweise aus den USA haben gezeigt, dass geteilte Daten neue Geschäftsmodelle, aber auch einen erheblichen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft ermöglichen – andererseits aber auch eines besonderen Schutzes bedürfen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Gaußallianz, TUD, ths-dresden, ZIH

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger