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Dresdner Oled-Leuchte für Chirurgen

Prototyp einer Operationsleuchte mit Oleds auf ultradünnem Glas und LED-Strahlern. Montage: gpointstudio / shutterstock & WOLFRAM Designer und Ingenieure
Prototyp einer Operationsleuchte mit Oleds auf ultradünnem Glas und LED-Strahlern. Montage: gpointstudio / shutterstock & WOLFRAM Designer und Ingenieure

Ingenieure aus Sachsen und Japan erzeugen organische Leuchtdioden auf biegsamem Ultradünn-Glas

Dresden/Yamagata, 18. Februar 2022. Um zu zeigen, welche Lichtqualitäten durch organische Leuchtdioden (Oleds) erreichbar sind, hat das Dresdner Industriedesign-Studio „Wolfram“ gemeinsam mit Fraunhofer Dresden, japanischen Technologiefirmen und weiteren Partnern eine neuartige OP-Leuchte entwickelt. Die kombiniert herkömmliche LED-Strahler mit dem besonders homogenen und blendfreien Licht aus Oleds. Ausgangspunkt dafür war das gemeinsame Forschungsprojekt „Laola“, bei dem die Partner die Möglichkeiten für eine Oled-Massenproduktion auf ultradünnem, biegsamen Glas ausgelotet haben. Das geht aus einer Mitteilung des „Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) in Dresden hervor.

Internationale und regionale Kooperationen ergänzen einander

Dabei hat sich „Lalola“ als Beispiel dafür erwiesen, wie sich internationale Kooperationen und regionale sächsische Wertschöpfungsketten ergänzen und im Gespann auch technologisch anspruchsvolle Innovationen schaffen können. Die Koordination hatte der Branchenverband „Organic Electronics Saxony“ (OES) übernommen.

Erstinspektion einer OLED nach der Rolle-zu-Rolle Prozessierung und vor dem Laser-Vereinzeln. Foto: Fraunhofer FEP
Erstinspektion einer OLED nach der Rolle-zu-Rolle Prozessierung und vor dem Laser-Vereinzeln. Foto: Fraunhofer FEP

Dünnglas aus Japan, Vakuumbeschichter aus Sachsen

Konkret hatte die Yamagata-Universität gemeinsam mit weiteren japanischen Partnern auf Ultradünnglas von „Nippon Electric Glass“ eine durchsichtige Elektrodenschicht aufgebracht. FHR Anlagenbau aus Ottendorf-Okrilla sowie die Dresdner „Creavac“ rüsteten derweil eine ältere Rolle-zu-Rolle-Vakuum-Beschichtungsanlage am Fraunhofer-Institut FEP in Dresden um, damit sie fortan 50 Mikrometer (Tausendstel Millimeter) dünnes Glas wickeln sowie wenige Nanometer (Millionstel Millimeter) dünne, durchsichtige Elektroden auf das Glas aufdampfen konnte. Der Organiksolarmodul-Hersteller Heliatek aus Dresden steuerte eine Methode bei, um die erzeugten Oleds zu strukturieren. Beteiligt waren außerdem Creaphys Dresden und 3D-Micromac aus Chemnitz. Die „Wolfram“-Designer hatten die so erzeugten Dünnglas-Oleds schließlich in ihrer Leuchte für Operationssäle verarbeitet.

Vorteil: Glas verkeimt nicht so leicht wie Kunststoff

Zwar sind LEDs und Oleds schon seit Jahren verfügbar. Aber gerade Oleds werden bisher meist mit Kunststoff verkapselt, um sie vor frühzeitiger Alterung durch Luftkontakt zu schützen. Dünnglas aber bietet nun ganz neue Einsatzmöglichkeiten, da es nicht so schnell verkeimt wie Kunststoff. „Die Gewährleistung der Langzeitstabilität der Oled-Bauelemente und der hygienischen Oberfläche der Leuchte spielten eine wesentliche Rolle bei der Auswahl des Ultradünnglases als Substrat“, betonte FEP-Forscherin Dr. Jacqueline Hauptmann.

Die Laola-Partner wollen die OP-Lampe und ihre Projektergebnisse nun auf der Leuchttechnik-Messe „Lopec“ am 23. und 24. März 2022 in München vorstellen. Sie sind überzeugt, dass sie mit ihren Ultradünnglas-Oleds und den dabei verwendeten Technologien auch jenseits des Medizinsektors neue Türen für die organische Elektronik aufgestoßen haben.

Autor: hw

Quelle: FEP, Wolfram, OES

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger