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Bitkom fordert Bundesportal für Corona-Hausunterricht

Die Plattform "Scoolio Web" soll den Hausunterricht ("Home Schooling") in Corona-Zeiten erleichtern. Foto: Scoolio
Die private Plattform „Scoolio Web“ aus Dresden soll den Hausunterricht („Home Schooling“) in Corona-Zeiten erleichtern. Foto: Scoolio

Präsident Berg: Plattformen der Länder brechen zu oft zusammen

Berlin, 16. Januar 2021. Statt Insellösungen in jedem Bundesland fordert der deutsche Digitalwirtschaftsverband „Bitkom“ eine „Nationale Bildungsplattform“ für den Fernunterricht in pandemischen Zeiten – und darüber hinaus.

Bitkom-Präsident Achim Berg. Foto: Bitkom
Bitkom-Präsident Achim Berg. Foto: Bitkom

Nach fast 1 Jahr Corona immer noch kein flächendeckender digitaler Unterricht möglich

„Fast ein Jahr nach Beginn der Pandemie sind unsere Schulen noch immer nicht in der Lage, flächendeckend digitalen Fernunterricht anzubieten“, kritisiert Bitkom-Präsident Achim Berg in Berlin. „Ein Hauptproblem sind die Plattformen der Bundesländer, die den großen Nutzerzahlen vielfach nicht gewachsen sind und unter der Belastung zusammenbrechen.“

„Lernsax“ in Sachsen wiederholt unerreichbar

In Sachsen beispielsweise war die freistaatliche Plattform „Lernsax“ für den Fernunterricht im Corona-Ausnahmezustand mehrfach nicht erreichbar gewesen. Teilweise waren Hacker-Angriffe dafür verantwortlich, teilweise scheint das System erst langsam zu reifen – viele Eltern hatten sich schon während der ersten Schulschließung in Sachsen beschwert, dass ihre Kinder die Tagesaufgaben oft nur in einem engen Zeitfenster abrufen können, weil „Lernsax“ über weite Teile des Tages oft nur schwer oder gar nicht aufrufbar war. Inzwischen versuchen auch private Anbieter wie „Scoolio“ aus Dresden, alternative Internetplattformen für den Fernunterricht – neudeutsch „Home Schooling“ genannt – aufzubauen.

Digitalisierung darf nicht „am föderalen Klein-Klein scheitern“

Die Digitalisierung der Schulen dürfe nicht am föderalen Klein-Klein scheitern, argumentiert auch mit Blick auf solche Erfahrungen der Bitkom-Präsident. „Wir müssen die Ressourcen und das Know-how der Länder bündeln, um ein bundeseinheitliches Angebot zu entwickeln, das die bisherige Länderplattformen und die Lösungen privater Anbieter integriert.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Bitkom, Oiger

Zum Weiterlesen:

Scoolio Dresden baut alternative Plattform für Fernunterricht auf

Ifo: Corona schädigt Deutschland auch durch Bildungsdefizite langfristig

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger