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„Europa darf bei digitalen Währungen nicht abgehängt werden“

Die Europäer wollen mit einem digitalen, programmierbaren Euro auf Blockchain-Basis zum Beispiel dem Facebook-Geld Diem alias Libra, aber auch dem digitalen Yuan und Bitcoin Paroli bieten. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Europäer wollen mit einem digitalen, programmierbaren Euro auf Blockchain-Basis dem geplanten Facebook-Privatgeld „Diem“ alias „Libra“, aber auch dem digitalen Yuan und Bitcoin Paroli bieten. Foto: Heiko Weckbrodt

Bitkom plädiert für mehr Tempo beim digitalen Euro

Berlin, 10. Januar 2020. Europa braucht einen digitalen Euro als Antwort auf Krypto-Währungen wie Bitcoin oder das geplante Facebook-Privatgeld „Diem“ alias „Libra“. Das hat der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ heute in Berlin gefordert. „Europa darf bei digitalen Währungen nicht abgehängt werden“, betonte der Blockchain-Experte Patrick Hansen vom Bitkom. „Wir müssen das Tempo erhöhen, wenn wir den Vorsprung aufholen wollen, den andere bereits haben.“

Neue, digitale Geschäftsmodelle erhofft

Digitale programmierbare Währungen wie der „Bitcoin“ beruhen auf dem „Blockchain“-Konzept (deutsch: „Blockkette“). Sie werden durch aufeinander aufbauende Verschlüsselungs- und Vertrauensketten abgesichert. Ihr Wert bemisst sich unter anderem durch den Rechen- und Energie-Aufwand für bestimmte Verschlüsselungsaufgaben und anderseits durch die Marktnachfrage – die in jüngster Zeit schwindelerregende Höhren erklommen hat. Jenseits spekulativer Aspekte erlauben Blockchains und Kryptowährungen auch neue Geschäftsmodelle, die früher nicht oder nur umständlich konsequent digital realisierbar waren. Zudem lassen sich mit einer programmierbaren Währung komplexe Geldflüsse und Lieferketten automatisiert steuern, betonen Gutachter des Bundesfinanzministeriums.

Finanzministerium: China ist mit Digital-Yuan den Europäern zwei bis drei Jahre voraus

Besonders seit Facebook eine eigene Digitalwährung angekündigt hat, laborieren auch Zentralbanken und Regierungen weltweit an eigenen programmierbaren Blockchain-Währungen. In China sind die Versuche mit einem digitalen Yuan schon recht weit gediehen. Laut einer Stellungnahme des Bundesfinanzministerium vom Januar 2020 ist „die chinesische Zentralbank mit dem Start ihrer digitalen Währung den Initiativen auf dem europäischen Kontinent vermutlich zwei bis drei Jahre voraus“. Die schwedische Zentralbank hatte zu dem Zeitpunkt Prototypen für eine digitale E-Krona auf Blockchain-Basis angekündigt Auch die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt schon seit geraumer Zeit, einen digitalen Euro einzuführen – beendet aber dieser Tage gerade erst die öffentliche Konsultationsphase. Etwa Mitte 2021 wollen sich die Zentralbanker zu einer Entscheidung durchringen.

Mit einer Einführung sollte die EZB aber nicht ewig warten, meinen die Bitkom-Vertreter. „Wir sollten rasch zeitlich und räumlich begrenzte Pilotprojekte starten und mit diesen Erfahrungen die optimale technische Infrastruktur für einen digitalen Euro entwickeln“, forderte Patrick Hansen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: Bitkom, EZB, Bundesfinanzministerium

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