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Fraunhofer Dresden testet in Freiberg Batterie-Recycling

Fraunhofer-Experten forschen am THM in Freiberg auch an elektrochemischen Verfahren für das Rohstoffrecycling von Batteriematerialien. Foto: Fraunhofer IKTS

Fraunhofer-Experten forschen am THM in Freiberg auch an elektrochemischen Verfahren für das Rohstoffrecycling von Batteriematerialien. Foto: Fraunhofer IKTS

Versuchsanlage soll industrielle Wiederverwertung von Elektroauto-Akkus vorbereiten

Dresden/Freiberg, 27. November 2020. Das Dresdner Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS hat in Freiberg eine Außenstelle mit einer Versuchsanlage für das Recycling alter Batterien aufgebaut. Das geht aus dem Jahresbericht von IKTS-Direktor Alexander Michaelis hervor. Die Anlage entsteht im ehemaligen Fraunhofer-Technikum für Halbleitermaterialien (THM).

Kobalt & Co. aus der Batterie-Schwarzmasse zurückgewinnen

Die Fraunhofer-Forscher und-Forscherinnen wollen dort gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Bergakademie Freiberg neue Konzepte erproben, um aus der sogenannten Schwarzmasse in alten Akkus Kobalt, Lithium und andere strategisch wichtige Rohstoffe zurückzugewinnen. Dabei steht eine hochautomatisierte Wiederverwertung im Fokus, aber auch die Neutralisierung der dabei entstehenden Abwässer und die Isolation von Giftstoffen.

Industrie baut mehr Elektroautos – mehr Alt- und Unfall-Akkus absehbar

Dies dürfte in den kommenden Jahren eine immer drängendere Herausforderung werden, da VW und andere Hersteller derzeit sehr viel mehr Elektroautos auf den Markt bringen als früher. Deren Haupt-Akkus können zwar wahrscheinlich ein paar mal regeneriert und für ein „zweites Leben“ als stationärer Energiespeicher aufbereitet werden. Aber letztlich ist jede Batterie erschöpft, zudem wird es künftig auch mehr beschädigte Akkus aus verunfallten Elektroautos geben. Und dann sind industrielle Lösungen gefragt, um diese Energiespeicher stofflich wiederzuverwerten beziehungsweise die Reste zu entsorgen.

Der sächsische Branchenverband „Energy Saxony“ sieht in solchen Projekten wichtige Bausteine für eine künftige Führungsposition Sachsens in der Batterie-Verwertung. „Energy Saxony“-Geschäftsführer Lukas Rohleder sieht dafür gute Chancen.

Batterien müssen vor Zerhäckseln gründlich entladen werden

Angesichts der wachsenden Relevanz des Batterie-Recyclings wird das sächsische Wissenschaftsministerium das Fraunhofer-Projekt finanziell unterstützen, teilte Professor Michaelis mit. Auch die Institute für Elektrotechnik und für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik der Bergakademie Freiberg beschäftigen sich bereits mit neuen Recycling-Methoden für Lithium-Ionen-Batterien aus E-Autos. „Dabei werden die Batteriemodule zunächst demontiert, die Einzelzellen entladen und in einem Granulator durch Scheren zerkleinert“, heißt es in der Projektbeschreibung. Im Fokus stehen dabei unter anderem effektive Entlade-Konzepte, damit Kurzschlüsse in den Energiespeichern beim Recycling keine Brände oder Explosionen auslösen.

Über das THM

Einher mit solchen Projekten ging ein Aufgabenwandel des ehemaligen Mikroelektronik-Forschungszentrums THM: Fraunhofer hat es nun in „Technologiezentrum für Hochleistungsmaterialien“ umbenannt. Als Hochleistungsmaterialien inkludieren die Forscher nun sowohl Hochleistungsmaterialien wie Halbleiter- wie auch Energiematerialien. Beteiligt ist neben dem IKTS Dresden auch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) aus Erlangen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: IKTS, Energy Saxony

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