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BMW-Erbin Klatten investiert in Freitaler Watttron

Freuen sich über die Kapitalspritze: Die Watttron-Chefs Ronald Claus von Nordheim, Michaela Wachtel, Marcus Stein und Sascha Bach (v.l.n.r. ). Foto: Watttron

Freuen sich über die Kapitalspritze: Die Watttron-Chefs Ronald Claus von Nordheim, Michaela Wachtel, Marcus Stein und Sascha Bach (v.l.n.r. ). Foto: Watttron

TU-Ausgründung ist auf sparsame Keramikheizungen für Fabriken spezialisiert

Freital/Dresden, 25. April 2020. BMW-Erbin Susanne Klatten und weitere Investoren stecken 3,4 Millionen Euro in das Heiztechnologie-Unternehmen „Watttron“. Die sächsischen Ingenieure wollen die Kapitalspritze nutzen, um mit ihren Keramikheizern auch in der Biotechnologie, Chemie und 3D-Elektronik sowie auf asiatischen Märkten Fuß zu fassen und eine Serienproduktion anzukurbeln. Das geht aus einer Mitteilung der – inzwischen in Freital angesiedelten – Ausgründung der TU Dresden hervor.

Wirtschaftsminister Dulig: Sächsischer Erfindergeist zahlt sich aus

Zu den Geldgebern der neuen Finanzierungsrunde gehören demnach der österreichische Technologieinvestor „Constantia New Business“, die Beteiligungsgesellschaft der Unternehmerin Frau Susanne Klatten, „LAUDA DR. R. WOBSER Beteiligungs-GmbH“ sowie der Technologiegründerfonds Sachsen.

„Das Engagement gleich mehrerer namhafter Investoren zeigt mir einmal mehr, welcher herausragender Erfindergeist, aber auch unternehmerischer Sachverstand an den sächsischen Universitäten und Forschungseinrichtungen vorhanden ist“, kommentierte der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) diese Beteiligung.

Susanne Klatten ist nicht die erste aus der BMW-Familie, die sich im Raum Dresden engagiert: Ihr Bruder Stefan Quandt stieg zuvor in die Dresdner Solarwatt ein, als die kurz vor dem Aus stand.

Watttron-Chefs sehen Potenzial in weiteren Industrien

„Das ist eine sehr wichtige Unterstützung für den nächsten großen Schritt“, betonte Watttron-Chef Marcus Stein. „Unsere Strategie war es von Anfang an, langfristig orientierte Investoren zu gewinnen, die uns mehr geben können als Wachstumskapital. Wir profitieren auch von ihren Erfahrungen, und kommen so unserem Ziel näher, Marktführerschaft in unterschiedlichen Industriebereichen aufzubauen.“

Mit dem patentierten, keramikbasierten Matrix-Heizsystem "cera2heat" von Watttron lassen sich zum Beispiel Folien für Joghurtbecher und andere Kunststoffformen punktgenau, energie- und materialsparend erhitzen und verformen. Foto: Watttron

Mit dem patentierten, keramikbasierten Matrix-Heizsystem “cera2heat” von Watttron lassen sich zum Beispiel Folien für Joghurtbecher und andere Kunststoffformen punktgenau, energie- und materialsparend erhitzen und verformen. Foto: Watttron

Über Watttron

Watttron hat seine Wurzeln am Institut für Naturstofftechnik der Technischen Universität Dresden und am Fraunhofer Institut für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik (IVV) Dresden. 2016 gegründet, hat das Unternehmen seinen Firmensitz inzwischen in Freital. Spezialisiert ist es auf keramische Heizungen, die aus einer modular veränderbaren Matrix aus einzelnen Wärmepunkten besteht. Dieses „cera2heat“-System macht es beispielsweise in der Joghurtbecher-Produktion möglich, die dafür benötigten Kunststofffolien punktgenau dort zu erwärmen und umzuformen, wo wirklich Ecken, Kanten oder Rundungen entstehen sollen. Dadurch können Materialeinsatz und Energieverbrauch gesenkt werden. Im Einsatz ist das System beispielsweise auch in der Verpackungsproduktion. Zu den Kunden gehören unter anderen „Procter & Gamble“ und „Reckitt Benckiser“.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Watttron, WeichertMehner, Oiger-Archiv