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Gewerkschaft kann Stecker bei Globalfoundries nicht ziehen

Einige Hundert Menschen haben am 11. März 2020 vor dem Hauptwerktor von Globalfoundries Dresden für einen Tarifvertrag getreikt. Zum Warnstreik aufgerufen hatte der Bezirksverband Nordost der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IGBCE), Foto: IG BCE Karin Aigner

Einige Hundert Menschen haben am 11. März 2020 vor dem Hauptwerktor von Globalfoundries Dresden für einen Tarifvertrag getreikt. Zum Warnstreik aufgerufen hatte der Bezirksverband Nordost der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IGBCE), Foto: IG BCE Karin Aigner

Produktionsstopp gescheitert, Hunderte streiken aber vor den Toren der Chipfabrik in Dresden für einen Tarifvertrag

Dresden, 11. März 2020. Den Gewerkschaftern und Streikenden vor den Toren von Globalfoundries (GF) Dresden ist es heute entgegen ihren Ankündigungen nicht gelungen, die Chipproduktion in der Fabrik lahmzulegen. Das geht aus Angaben des Mikroelektronik-Unternehmens und vom Bezirksverband Nordost der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IGBCE) hervor.

„Die Produktion läuft stabil“, versicherte GF-Sprecher Jens Drews auf Oiger-Anfrage. „Der Betrieb ist nicht lahmgelegt, aber gestört“, sagte IGBCE-Sprecherin Karin Aigner. Hätte die Chipfabrik ihre Maschinen herunterfahren oder auch nur pausieren müssen, wären Millionenschäden entstanden.

Schätzungen schwanken zwischen 200 und 600 Streikenden

An dem mehrstündigen Warnstreiks beteiligten sich ab dem Nachmittag bis in die Nachtschicht hinein einige Hundert Teilnehmer. Laut IGBCE waren zeitweise über 600 Menschen dabei. GF-Sprecher Drews zählte hingegen laut eigenen Angaben nur „150 bis 200 unserer Mitarbeiter“ sowie eine Reihe Unterstützer von außerhalb der Belegschaft am Werktor.

Globalfoundries lehnt Verhandlungen weiter ab

Die Gewerkschaft wollte mit dem Warnstreik den deutschen Ableger des US-Halbleiterkonzerns zwingen, über einen Haustarifvertrag zu verhandeln. Das Unternehmen lehnt dies – vor allem aus Kostengründen – ab. „Wir sehen auch nach diesem Tag keinen Grund, unsere Position in diesem Punkt zu ändern“, erklärte Drews.

„Gewerkschaft hat genug Power für einen langen Arbeitskampf“

Die Fronten zwischen beiden Seiten dürften sich nun weiter verhärten. Ihm sei „unverständlich, dass das Unternehmen scheinbar fast eine panische Angst vor einem Haustarifvertrag hat“, erklärte IGBCE-Bezirkschef Oliver Heinrich. „Beschäftigte sind doch das wichtigste Kapital der Unternehmen.“ Konkrete weitere Streiks kündigten die Gewerkschafter aber erst mal nicht an. „Der Ball liegt nun bei Globalfoundries“, betonte Sprecherin Karin Aigner. „Die Gewerkschaft hat einen langen Atem und genug Power für einen langen Arbeitskampf.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Anfragen bei Globalfoundries und IGBCE, Oiger-Archiv