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Erzschnüffel-App für den Bergmann

Ein 3D-Laserscanner im Tagebau. Bergbauunternehmen setzen ohnehin immer mehr Sensortechnik im Betrieb ein. Wenn man diese vernetzt und die Daten systematisch analysiert, ist ein effizienterer und auch ein umweltgerechterer Bergbau möglich, sind Forscher vom CLMineOpt-Projekt der TU Freiberg überzeugt. Foto: Andreas Geier / TU Bergakademie Freiberg

Ein 3D-Laserscanner im Tagebau. Bergbauunternehmen setzen ohnehin immer mehr Sensortechnik im Betrieb ein. Wenn man diese vernetzt und die Daten systematisch analysiert, ist ein effizienterer und auch ein umweltgerechterer Bergbau möglich, sind Forscher vom CLMineOpt-Projekt der TU Freiberg überzeugt. Foto: Andreas Geier / TU Bergakademie Freiberg

Wissenschaftler der TU Freiberg wollen Software-Firma ausgründen

Freiberg, 11. August 2019. Geodaten-Experten von der Bergakademie Freiberg entwickeln eine Erzschnüffel-App. Diese Software soll den Bergmännern helfen, ihre Stollen in die richtige Richtung voranzutreiben und ergiebige Erzadern zu finden. Das hat die TU Freiberg mitgeteilt. Die Freiberger Forscher wollen nun eine Softwarefirma auf dieser Basis gründen.

Optimierungs-Endlosschleife durch Datenanalyse

Das Projekt nennt sich „CLMineOpt (Closed-Loop Mine Monitoring for Process Optimization). Es basiert auf Kreislauf-Konzepten. Diese “Closed Loop”-Ansätze können zum Beispiel Abbauprozesse fortlaufend und in Echtzeit durch Datenanalyse optimieren.

Aus einem Stück Holz herausgeschnitzt: Bergmänner-Gruppe in der Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz. Foto: Heiko Weckbrodt

Erggebirgische Bergmänner-Gruppe in der Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz. Foto: Heiko Weckbrodt

Selbstlernende Software hilft bei Entscheidung, wo weiter zu graben ist

Der Hintergrund: Früher mögen womöglich Instinkt und Erfahrung den Bergmann auf die Fährte satter Silberadern im Erzgebirge gebracht– und genauso oft vielleicht in die Irre geführt haben. Moderne Sensoren und selbstlernende Software könnten aber heute helfen, die Erzsuche und den Bergbaubetrieb systematischer und wissenschaftlich fundierter anzugehen. Dafür stellen die Freiberger Fachleute über oder unter Tage Sensoren auf und vernetzen sie. Diese künstlichen Augen und Ohren analysieren dann beispielsweise, welche und wieviele Wertstoffe in den eben gewonnenen Erzen stecken. Und die lernende Software aktualisiert anhand dieser Daten in Echtzeit, also sofort, das Computermodell von der Lagerstätte.

„Geodaten in Bergbauintelligenz“ überführen

„Bergbauunternehmen sehen dadurch direkt, ob sich ein Abbau lohnt und können ihren Abbauplan anpassen und optimieren“, erklärt Projektleiter Andreas Geier vom Institut für Markscheidewesen und Geodäsie der TU und Bergakademie Freiberg. „Mit der kontinuierlich Aktualisierung und Erweiterung des Lagerstättenmodells entwickelt sich ein ‚selbstlernender Gewinnungsprozess‘.“ Letztlich gehe es darum, „Geodaten in Bergbauintelligenz“ zu überführen.

Ab dem Herbst 2020 wollen die Freiberger mit den ersten Pilotversuchen bei Industriepartnern starten.

Autor: hw

Quellen: Bergakademie und TU Freiberg, Wikipedia