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Bitkom fordert Strompreis-Senkung für Rechenzentren

Speziell gesichertes Cloud-Rechenzentrum der T-Systems. Foto: Telekom
Speziell gesichertes Cloud-Rechenzentrum der T-Systems. Foto: Telekom

Betreiber sollen Abwärme in Fernwärme-Netze leiten

Berlin, 26. April 2019. Die hohen hiesigen Stromkosten sorgen für Wettbewerbsnachteile für deutsche Rechenzentren. Mit Blick auf die Schlüsselrolle von Cloud-Diensten und anderen Dienstleistungen, die in Rechenzentren für die Digitalisierung erbracht werden, sei dies ein ernstes gesamtwirtschaftliches Problem für die Bundesrepublik. Darauf hat der Bitkom aus Berlin hingewiesen. Der Lobbyverband der deutschen Digitalwirtschaft fordert daher in einem Positionspapier Strompreis-Ermäßigungen für die Rechenzentren. Außerdem sollten die Wirtschaftspolitiker Anreize für Fernwärme-Netzbetreiber schaffen, die Abwärme von Rechenzentren in ihre Netze einzuleiten.

Abwärme unmittelbar für Heizzwecke nutzbar

Lösungen dafür gibt es bereits und wurden auch in Deutschland entwickelt: „Cloud & Heat“ aus Dresden beispielsweise liefert schlüsselfertige Container-Rechenzentren, deren Abwärme sich unmittelbar für Heizzwecke nutzen lässt.

Verband: „Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung“

„Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung und ein Grundpfeiler digitaler Souveränität“, schätzte Bitkom-Infrastrukturexperte Roman Bansen ein. „Um international faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, sollten Rechenzentren in die Liste der stromkosten- oder handelsintensiven Branchen aufgenommen werden.“ Dies hätte Teil-Befreiungen von der Ökostrom-Umlage zur Folge. „Stromkosten machen oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus.“

In Rechenzentren an deutschen Standorten arbeiten laut Bitkom 130.000 Beschäftigte, weitere 80.000 Jobs hängen indirekt an der Branche. Verbandsschätzungen zufolge gibt es in der Bundesrepublik rund 2900 Rechenzentren. Viele davon sind in der deutschen Finanz-Hauptstadt Frankfurt am Main konzentriert.

Autor: hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger