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Heisenbergs Nachlass kommt ins Internet

Werner Heisenberg im Jahr 1933. Foto: Wikipedia, Bundesarchiv, ADN, Lizenz: CC3
Werner Heisenberg im Jahr 1933. Foto: Wikipedia, Bundesarchiv, ADN, Lizenz: CC3

Planck-Gesellschaft und Uni Leipzig digitalisieren Papiere des legendären Physikers

Leipzig, 22. August 2018. Der Nachlass des Physikers Werner Heisenberg (1901-1976) wird digitalisiert und – zumindest teilweise – ins Internet eingespeist. Das haben die Uni Leipzig und die Max-Planck-Gesellschaft angekündigt. Heisenberg wurde vor allem durch seine Arbeiten über die Quantenmechanik und die Unschärferelation berühmt und fand darüber auch Einzug in die Populärkultur.

Briefwechsel aus der Leipziger Zeit

„Der Nachlass des namhaften Physikers umfasst ungefähr 340.000 Seiten in rund 70.000 Einzeldokumenten“, teilte die Uni Leipzig mit. Dazu gehören Briefwechsel mit anderen Forschern, Manuskripte für Lehrveranstaltungen und Vorträge sowie Unterlagen zu Tagungen. „Die Papiere geben unter anderem Aufschluss über das Wirken Heisenbergs in Leipzig von 1927 bis 1942. In dieser Phase erhielt Heisenberg den Nobelpreis für Physik (1932).“

Erben haben Nachlass der Planck-Gesellschaft geschenkt

Die Erben Heisenbergs schenkten diese Dokumente 2012 der Max-Planck-Gesellschaft. Letztere wird die Unterlagen nun digitalisieren. Prof. Jürgen Haase vom Institut für Festkörperphysik der Universität Leipzig kümmert sich um die fachliche Erschließung. Die Unibibliothek Leipzig übernimmt die bibliothekarischen Leistungen und die Internetpräsentation.

Pionier der Quantenphysik

Werner Heisenberg hatte für die moderne Physik eine ähnliche Bedeutung wie beispielsweise Max Planck, Niels Bohr, Albert Einstein oder Erwin Schrödinger (der mit der tot-lebendigen Katze). Seine Unschärferelation sagt, dass in der subatomaren Welt nicht alle Eigenschaften eines Teilchens beliebig genau gemessen werden können. Beispiel: Wer den Aufenthaltsort eines Elektrons bestimmt hat, weiß kaum etwas über seinen Impuls und umgekehrt. Für Diskussionen in der Nachkriegszeit sorgte Heisenbergs Beteiligung am – letztlich erfolglosen – Atombomben-Programm der Nazis.

Diese Anspielung auf "Breaking Bad" und letztlich auf Werner Heisenberg haben wir auf einem Markt in Ho-Chi-Minh-Stadt (alias Saigon) gefunden. Foto. Heiko Weckbrodt
Diese Anspielung auf „Breaking Bad“ und letztlich auf Werner Heisenberg haben wir auf einem Markt in Ho-Chi-Minh-Stadt (alias Saigon) gefunden. Foto. Heiko Weckbrodt

Zitate in der Populärkultur

In der Populärkultur finden sich immer wieder Verweise auf Heisenberg. Im 3D-Shooter „Wolfenstein“, der einen alternativen Geschichtsverlauf skizziert, haben die Nazis den Krieg durch einen „Heisenberg-Apparat“ gewonnen – eine Nuklearwaffe. In der Thriller-Serie „Breaking Bad“ um einen Lehrer mit kriminellem Doppelleben stellt sich die Hauptfigur in der Drogenszene als „Heisenberg“ vor. Da Graffiti dazu hat es in Variationen bis nach Vietnam geschafft.

Autor: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger