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Die Uhr warnt vor dicker Luft

Der Markt für Gassensoren wächst rasant, prognostiziert IDTechEx. Grafik: IDTechEx.

Der Markt für Gassensoren wächst rasant, prognostiziert IDTechEx. Grafik: IDTechEx.

IDTechEx: Markt für Gassensoren im „Internet der Dinge“ wächst bis 2028 auf 3,1 Milliarden Dollar

Cambridge, 1. Juli 2018. Der weltweite Umsatz mit winzigen Gassensoren wird in der kommenden Dekade stark ansteigen und im Jahr 2028 ein Volumen von etwa 3,1 Milliarden Dollar (2,56 Milliarden Euro) erreichen. Das hat der Technologie-Analyst Dr. Luyun Jiang vom Marktforschungs-Unternehmen „IDTechEx“ aus Cambridge eingeschätzt. In zehn Jahren werden demnach bereits rund 700 Millionen Umweltsensoren in Mobiltelefonen verbaut sein.

Gassensor im Smartphone bald so selbstverständlich wie der GPS-Empfänger?

Denn so, wie wir uns an GPS-Empfänger und Kreiselkompasse in unseren Smartphones gewöhnt haben, werden bald auch Luftanalyse-Sensoren in Mobiltelefonen zum Standard gehören: „Asthma-Patienten wollen von ihren Smartphones wissen, ob die Luft in einem Raum gut für sie ist. Athleten können besser Trainingspläne bekommen, wenn das Sauerstoff-Niveau überwacht werden können. Die Luftumwälz-Systeme in Bürogebäuden können automatisch reagieren, wenn die Luftqualität für jeden Raum auslesbar ist“, zählen die Analysten einige der Marktchancen von Gassensoren auf.

Gas-MEMS auch in Kleidung einnähbar

Bisher sei die Überwachung von Luftqualität nur für Behörden und große Industriefabriken mit teuren und sperrigen Anlagen möglich geworden. Inzwischen können aber auch „Mikroelektromechanische Systeme“ (MEMS) die Konzentrationen verschiedener Gase ausmessen. Diese MEMS passen in Smartphones, können sogar in Kleider, Armbänder und Uhren integriert werden und kommen mit wenig Energie über die Runden. Außerdem können sie im „Internet der Dinge“ so vernetzt werden, dass Luftqualitäts-Landkarten in Echtzeit möglich werden. Darauf lassen sich dann neue Dienste und Geschäftsmodelle aufsetzen. Letztlich, so IDTechEx, werde der Boom der Gassensoren zu einer „gesünderen Gesellschaft“ beitragen.

Autor: Heiko Weckbrodt